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14.07.2014 - © 2014 Neue Westfälische Übersicht | Drucken

Lust auf Menschen und Politik

Neu im Rat: Pamela Westmeyer (39) geht zielstrebig vor

12.07.2014 .
Von Robert Becker - © 2014 Neue Westfälische

Harsewinkel. Ihr Start in die Politik führte bei der letzten Kommunalwahl senkrecht nach oben: Mit 57,46 Prozent holte Pamela Westmeyer aus Marienfeld am 25. Mai nicht nur das beste Einzelergebnis für die Harsewinkeler CDU. Drei Prozentpunkte rangierte die vierfache Mutter parteiintern über dem nächstbesten Kandidaten, Michael Wilhalm. Es gibt Leute, die in der 39-Jährigen die kommende Bürgermeisterin sehen. Überraschend kam zunächst die Berufung zur Bürgermeister-Stellvertreterin. Das sei spontan am Wahlabend aufgrund des Ergebnisses geschehen, sagt Pamela Westmeyer.


Fröhlich: Pamela Westmeyer, die neue stellvertretende Bürgermeisterin, erzielte bei der Wahl am 25. Mai das beste Einzelergebnis für die CDU.
Foto: Robert Becker



© 2014 Neue Westfälische - Ihr Widerpart im Wahlbezirk 1 von der SPD kassierte mit 20,32 Punkten gar das schlechteste Resultat der Bürgermeisterpartei. Am 3. Juli ging Westmeyer - wie der gesamte neu gewählte Stadtrat - zur ersten "richtigen" Sitzung ins Rathaus - nicht gerade ein Spaziergang, ging es doch bereits zum Auftakt um ein erstes Problem wie die Gewerbeansiedlung "Auf den Middeln".

In der konstituierenden Ratssitzung am 11. Juni wurde Pamela Westmeyer zur ersten Stellvertreterin von Bürgermeisterin Sabine AmsbeckDopheide (SPD) gewählt. Wenige Tage später hatte sie ihre beiden ersten Termine, einen 94-jährigen Geburtstag und eine Goldhochzeit. Mit Leuten umzugehen, das liege ihr: "Ich habe Spaß daran, auf Menschen zuzugehen", sagt sie. Um Worte ist Pamela Westmeyer nicht verlegen. "Im Gerichtssaal muss ich auch manches Mal aus dem Stand etwas sagen", erklärt die Juristin, die in einer Verler Kanzlei in Teilzeit als Anwältin arbeitet. Dass sie eine Zusatzausbildung zur Mediatorin, also "Konfliktlöserin", gemacht hat, dürfte ihr in der Politik erst recht nicht zum Nachteil gereichen.

Sie hat sich nicht direkt auf den Kandidatenstuhl gesetzt; sie wurde im Herbst vergangenen Jahres von Stadtverbandschefin Dr. Angelika Wensing angesprochen, nachdem Jörg Möllenbrock, der ehemalige Ortsunionsvorsitzende, aufgrund beruflicher Termine als Angestellter der Stadt Gütersloh sein Ratsmandat nach der letzten Legislatur freigemeldet hatte. "Man wollte Verjüngung und mehr Frauen in die Fraktion bekommen", erzählt sie. Außerdem war sie aufgefallen. "Ich hatte mich eingemischt, obwohl ich kein Mandat hatte", erinnert sie sich. Nun ist sie gleich in zwei Ausschüssen, dem Schul-, Sport- und Kulturausschuss sowie dem Haupt-, Finanzausschuss und Wirtschaftsförderungsausschuss, vertreten. Außerdem gehört sie dem Integrationsrat an. "Da haben wir noch Potential", spricht sie die zuletzt etwas glücklose Situation an.

Geboren in Telgte, aufgewachsen in Gütersloh, zog Pamela Westmeyer nach der Hochzeit vor einigen Jahren auf den Hof zu ihrem Mann und den Schwiegereltern nach Marienfeld. In die CDU war Pamela Westmeyer bereits fünf Jahre zuvor eingetreten. Damals gab es eine juristische Auseinandersetzung zwischen der Stadt und den Westmeyers wegen eines alten Wegerechts über den Golfplatz - ein lokalpolitischer Dauerbrenner. Die Westmeyers hatten später vom Verwaltungsgericht das Recht zugesprochen bekommen, den besagten Weg zu sperren. Ihre politischen Ambitionen wurden der CDU-Spitze indes erst im letzten Sommer so richtig deutlich. Ausschüsse, Rat und Verwaltung hatten sich im Juni schon grob auf ein Bürgerhaus in der Marienfelder Grundschule verständigt, Baubeginn sollte in den Sommerferien sein - bis sie es mit Pamela Westmeyer zu tun bekamen. Die war seit fünf Jahren Vorsitzende des Fördervereins der Schule, verbandelte sich mit dem Heimatverein, skizzierte die (sich im Zuge der Integration andeutende) Raumknappheit auf und machte in letzter Minute eine mit einer Unterschriftenaktion flankierte Eingabe, der schließlich Rat und Verwaltung folgten.

"Momentan macht es sehr viel Spaß", sagt sie über die jetzt angelaufene Arbeit in der Partei, wo nun die im Wahlprogramm verankerten Grundsätze auf die Tagespolitik umgestrickt werden müssen. Es werde diskutiert, "dass die Fetzen fliegen", sagt sie, aber insgesamt pflege die Partei einen guten Umgang. "Wir haben ein super Team", sagt Pamela Westmeyer.

Neulich war die gesamte CDU bei der Coldwater-Challenge gefordert. Ein Dutzend aus der Parteispitze stürzte sich samt Klamotten in den kalten Pool. Pamela Westmeyer und Angelika Wensing sprangen Arm in Arm zusammen. Man mag es auch als den politischen Gleichschritt der beiden Führungsfrauen verstehen.

Wie weit sie der politische Weg tragen wird, könne sie auch nach ihrer ersten "richtigen" Ratssitzung nicht so recht abschätzen, sagt sie. "Ich mache das jetzt erst einmal", erläutert sie, dass sie sich den Schritt "gut überlegt" und "mit der Familie besprochen" habe. Ihre Kinder sind noch jung.

Wer sie im Wahlkampf erlebt hat, weiß, wie zielstrebig sie sein kann. So wechselte sie zwischen zwei Fotoeinstellungen mal eben zwischen Tür und Angel die Jeanshose mit dem Sommerkleid. "Wenn es um die Wahl geht, ist mir kein Aufwand zu groß", sagte Pamela Westmeyer damals im April - und lachte. Jetzt ist sie stellvertretende Bürgermeisterin. Die Ansage war ernst gemeint.


"Arbeit soll Früchte tragen"


Innerhalb des Wahlkampfs hatte die CDU eine Apfelbaumaktion gestartet, um Bürger einzubinden. "Unsere Arbeit soll Früchte tragen", lautete der Ansatz. Die Bürger sollten ihre Wünsche formulieren und niedergeschrieben auf Papier in den Apfelbaum hängen. "Diese Ideen wollen wir jetzt Stück für Stück abarbeiten", sagt sie. Ein einfaches Beispiel hat Pamela Westmeyer sofort parat: eine verbesserte Grünflächenpflege, darauf habe die Bürgerschaft während der Apfelbaumaktion mehrfach hingewiesen. (rob)

 
© 2014 Neue Westfälische - Gütersloh, Samstag 12. Juli 2014 

CDU-Harsewinkel, 14.07.2014, 21:47 Uhr
   
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