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28.09.2017, 15:04 Uhr | Übersicht | Drucken
OFFENER BRIEF an die Bürgermeisterin der Stadt Harsewinkel - Die Mähdrescherstadt
Hintergrund Schülerzahlentwicklung in Greffen

28.09.2017.
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Amsbeck-Dopheide !

Leider haben Sie den Kern der CDU-Kritik in meiner Stellungnahme im SKS zum Top "Schülerzahlentwicklung in Greffen" nicht erfasst. Das mag daran liegen, dass Sie selber im Zeitpunkt meines Wortbeitrages nicht im Ratssaal anwesend waren.

Der Ausspruch "Wir fühlen uns hinter das Licht geführt", bezieht sich auf den Umstand, dass man uns 2015, als es um die Frage "Grundschulverbund JA oder NEIN" ging, mit falschen Zahlen konfrontiert hat. Seinerzeit hieß es, "aufgrund der prognostizierten Schülerzahlentwicklung in Greffen, sei die Johannesschule nicht zukunftsfähig, da zu erwarten sei, dass die zum Standorterhalt erforderliche Mindestzahl von 90 Schülern unterschritten werde". Die Entscheidung schien also alternativlos, wenn man den Grundschulstandort Greffen erhalten wollte.


Pamela Westmeyer
 
Ob wir uns letztlich bei Kenntnis der korrekten Zahlen anders entschieden hätten? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht, denn es gab ja auch gute andere Gründe, die seinerzeit für einen Grundschulverbund (pädagogische Konzepte, Lehrerstellen) sprachen.

Fest steht aber, dass die Diskussion dann damals eine ganz andere gewesen wäre !

Tatsächlich wurde in der SKS-Vorlage vom 18.3.2015 unter dem Punkt "Nachteile des Grundschulverbundes" darauf hingewiesen, "dass es in Einzelfällen zu Schülertransporten kommen könne". Dieser Fall schien aber aufgrund der vorgelegten Prognosen zur Schülerzahlentwicklung sehr unwahrscheinlich. Thematisiert wurde die "Schülerbeförderung" sodann im Rahmen der Fragestellung nach OGGS- und Randstundenbetreuung in Greffen. Nach einem flammendem Appell von Rainer Kuhlmann in der SKS-Sitzung vom 9.September 2015 (sie waren anwesend) waren sich alle Beteiligten einig, dass keinem Greffener Kind Nachteile entstehen sollten. Kein Greffener Kind sollte gefahren werden müssen. Insoweit wurden dann auch entsprechende Haushaltsmittel bereit gestellt, um die Betreuung in gewohntem Umfang und zu gewohnten Kosten in Greffen sicherzustellen.

Die Verwaltung hätte aber bereits 2015 wissen können, dass aufgrund von 36 Geburten in Greffen im Jahr 2012/13 im Einschulungsjahrgang 2019/20 nach seinerzeit möglichem Kenntnisstand aller Voraussicht nach mindestens 5-7 Kinder nicht in Greffen eingeschult werden können. Ob dieses noch ein "Einzelfall" ist, ist wohl Definitionsfrage. Ein Blick auf den Einschulungsjahrgang 2022/23 zeigt, dass der Einzelfall zum Regelfall werden könnte.

Erst auf dreimalige Nachfrage, wie es zu den falschen Prognosen der Schülerzahlentwicklung kommen konnte, äußerte sich Frau Lexis vergangenen Mittwoch dahingehend, dass man " schlechtes Datenmaterial" gehabt habe. Eine gesonderte Betrachtung nach Ortsteilen habe man seinerzeit nicht vorgenommen.

Diese Aussage löst Verwunderung aus. Wir setzen voraus, dass ortsteilbezogene Zahlen zu Grunde gelegt werden, wenn man sich um die Zukunft der Dorfschule Gedanken macht. Was dabei herauskommt, wenn man Prognosen nicht ortsteilbezogen macht, durften die Kinder des Einschulungsjahrgangs 2019/20 ja bereits einmal erleben, als plötzlich nicht genug Kindergartenplätze zur Verfügung standen.

Letztlich ist es müßig, die Schuldfrage zu klären, wer für das "schlechte Datenmaterial" verantwortlich ist. Es ist auch nicht entscheidend, ob das "Kindertransportproblem" rechtlich am Verbund hängt, oder einfach der aktuellen Rechtslage geschuldet ist. Was Greffener Eltern und Kinder brauchen, sind Lösungen ! Da darf und muss in alle Richtungen gedacht werden. Leider hat die Verwaltung bislang hierzu noch nicht einen einzigen Vorschlag gemacht.

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Beauftragung von externen Planungsbüros zur Schülerzahlentwicklung stellt sich allerdings schon.

Mit freundlichem Gruß
Pamela Westmeyer


aktualisiert von CDU-Harsewinkel, 28.09.2017, 15:18 Uhr


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