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20.09.2018, 08:18 Uhr | Übersicht | Drucken
Stellungnahme zum Thema Trockendock

19.09.2018.
In der zurzeit intensiv geführten Diskussion über eine neue Unterkunft für das Jugendhaus Trockendock gab es am 19.08.2018 eine gemeinsame Sitzung des Sozialausschuss und des Schul-, Kultur- und Sportausschusses.
Pamela Westmeyer erläuterte in einer Stellungnahme warum die CDU-Fraktion dem Beschlussvorschlag der Verwaltung so nicht zustimmen konnte und nannte dazu eine Reihe von Gründen:



Pamela Westmeyer
 
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1. Die Planungen für die neuen Räumlichkeiten des Trockendocks halten wir für ungeeignet, wobei sich unsere Kritik ausdrücklich nicht auf den Standort bezieht. Im Gegenteil, der Standort an der Schule und an der Turnhalle ist aus unserer Sicht ideal, es ist zu erwarten, dass sich hier Synergieeffekte erzielen lassen in Bezug auf Jugendarbeit, Sport und Offener Ganztagsgrundschule durch eine breite Vernetzung aller Beteiligten.

Auch die Jugendlichen halten diesen Ort für geeignet, so zumindest die Aussage in unserer Ortswerkstatt, wo neben dem Standort "Christuskirche" die Schule als Standort favorisiert wurde.

Die Jugendlichen sagten hier auch, dass sie sich eine Art Café wünschen würden, also einen offenen Treff, der auch "Laufkundschaft" einlädt einfach mal unverbindlich vorbei zu kommen.

Hieraus hatte ich für meinen Teil die Idee geboren, an der neuen Turnhalle linksseitig auf dem Gelände des Spielplatzes einen lichtdurchfluteten Wintergarten anzubauen, Turnhalle nebst Sanitäranlagen und vorhandener Küche mitnutzbar zu machen um hier tatsächlich eine Multifunktionalität von Außengelände und Halle zu erreichen. Der Zugang sollte über den neu geschaffenen Zugang in der Hecke erfolgen, im Sommer könnte das Leben im Trockendock draußen stattfinden, bei weit geöffneten Türen und bei schlechtem Wetter gäbe es auch die Möglichkeit die Turnhalle zum Bolzen, Tischtennis oder für Bewegungsspiele zu nutzen.

Der Wintergarten könnte im Gegenzug dann aber auch nach Absprache von den Vereinen und der Schule genutzt werden für kleine Feiern oder Klassenfeste. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Die jetzt vorliegende Planung hat leider nichts von dieser erhofften Multifunktionalität. Im Gegenteil, was wir erreichen ist Loose-Loose für (fast) alle.

Die Räumlichkeiten des Trockendock werden ziemlich lieblos in die hinterste Ecke des Schulgeländes geklatscht - man könnte fast sagen "versteckt" - von Offenheit für Laufkundschaft kann keine Rede sein.

Die Räume sind ausgestattet mit schmalen Fenstern - also auch von "lichtdurchflutet" kann keine Rede sein, für mich sieht das eher aus wie Gefängnis mit Blick auf den dringend überarbeitungswürdigen alten Ascheplatz  - da sehe ich die Akzeptanz bei den Jugendlichen gefährdet.

Das Außengelände ist weit weg, ich frage mich, wie das Trockendockpersonal hier Aufsicht über die Kinder führen will - gleichzeitig drinnen und draußen geht ja alleine schlecht.

Der gemeinsame Eingang für Turner und Jugendhausbesucher ist suboptimal und bietet Konfliktpotential, insbesondere auch wegen der entstehenden Enge im Foyer.

Zudem wird die Halle in ihrer Multifunktionalität deutlich eingeschränkt und durch die Verkleinerung auch für die Jugendhausnutzer uninteressant. Ballspiele werden dort nicht möglich sein, die Tischtennisplatten werden in einer anderen Halle stehen und zudem ist der Zugang nur durch die Umkleiden möglich, was auch hier eine parallele Aufsichtsführung unmöglich macht.

2. Zudem hat die Verkleinerung der Halle schwere Auswirkungen auf den bisherigen Hauptnutzer der Halle Schwarz-Weiß Marienfeld. Nach nachvollziehbarer Darstellung wird die Halle für SW in 14 von 18 Angeboten nach Umbau nicht mehr möglich sein, der Zugang ist nur noch durch die Umkleiden möglich und der Geräteraum nicht mehr multifunktional auch für die alte Halle nutzbar.

Der Ärger der Verantwortlichen über die Art und Weise wie hier versucht wurde Fakten zu schaffen ist verständlich. Die Erklärung der Verwaltung hierzu, wieso keine Anhörung im Vorfeld erfolgt ist, nicht nachvollziehbar, und eine Schutzbehauptung. 

 Zudem werden die Bedenken, die sehr differenziert von Schwarz-Weiß vorgetragen werden nicht durch qualifizierte Gegendarstellungen der Verwaltung ausgeräumt. Es wird lediglich von der Verwaltung behauptet, dass eine Umlegung in andere Hallen möglich sei.

Hierzu fehlen aber bislang jegliche Lösungsansätze und Zahlenwerk z.B.über Hallenzeiten oder Belegungsbücher, die den Sachvortrag des Sportvereins entkräften würden.  Rechnerisch mag es möglich sein, faktisch aber nach derzeitigem Sachstand nicht. Auch der Stadtsportring verweist in seiner Stellungnahme auf Auswirkungen bei der zukünftigen Ausübung von Ballsportarten.

Es ist eben nicht so einfach, etablierte Termine zu verlegen, es gibt nämlich viele Dinge zu beachten : Bodenbeschaffenheit, Mannschaftsgrößen, vorhandene Gerätschaften und Stellplätze, und vor allen Dingen Verfügbarkeit der ehrenamtlichen Übungsleiter, die häufig auch beruflich und familiär anderweitig gebunden sind.

Sofern behauptet wird, die GPA habe festgestellt, dass es in Marienfeld eine halbe Halle zuviel gäbe, wurde diese Aussage von Herrn Niebuhr bereits in der Ältestenratssitzung relativiert - der angeblich festgestellte Hallenüberhang beziehe sich auf das ganze Stadtgebiet.

Festzustellen ist in diesem Zusammenhang auch, dass eine Unterteilung der Hallen nach Ortsteilen ohnehin völlig unsinnig ist, die Sportangebote in Marienfeld stehen allen Harsewinkler Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung, dieses ist eine Frage der Angebotsvielfalt auf die wir als Stadt sehr stolz sein können. Ebenso stehen freie Hallenzeiten auch grundsätzlich allen Vereinen im Stadtgebiet zur Verfügung, so dass es auch sehr begrüßenswert  ist, dass z.B. der Verein Ikarus mit seinem Weltmeister die Halle Am Ruggebusch zum Indoortraining nutzt. Die immer wieder aufkeimende Hallenüberhangdebatte, die offensichtlich aus unvordenklichen Zeiten rührt, nervt. Wenig hilfreich ist dann auch der Hinweis, SW-Marienfeld hätte damals gesagt, "wenn die Doppelsporthalle kommt, könnt ihr eine andere Halle zumachen ".Diese Aussagen von vor 10 Jahren haben doch nun wirklich nichts mehr mit der aktuellen Situation und aktuellen Bedarfen zu tun. Die Notwendigkeit der im Antrag bezeichneten " Bedarfsanpassung " sehen wir vor Ort nicht.

Auch ein Blick in die Zukunft lohnt in diesem Zuzsammenhang: Wir haben 350 Interessenten auf unseren Listen, die gerne einen Bauplatz in Marienfeld hätten und auch in Harsewinkel sind weitere Wohnbaugebiete in Planung. Die Stadt wächst und damit vermutlich auch der Bedarf an Hallenplätzen.

Es ist dem Bürger schwer vermittelbar, warum eine gut ausgelastete, voll funktionstüchtige Sporthalle in eine Gymnastikhalle umgebaut werden soll. Gymnastik kann unproblematisch in der großen Halle stattfinden.
Kaputtverkleinern kann man eine Halle aber nur einmal.

Außerdem muss aus unserer Sicht auch die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden, ohne dass wir das Jugendhaus gegen die Sportler ausspielen wollen, aber die Nutzerzahlen des Jugendhauses rechtfertigen nicht die zu erwartenden schwerwiegenden Folgen auf den Vereinssport. Wenn wir 200 Sportler auf die Straße stellen um für im Schnitt 14 Tagesgäste ein Jugendhaus zu bauen haben wir nicht viel gekonnt. Das ist auch dem Bürger nicht vermittelbar.

Die Flickschusterei muss endlich ein Ende haben. Wir können nicht immer die Bedürfnisse der einen befriedigen indem wir den anderen etwas wegnehmen. Das Unglück hat seinen Lauf genommen, als wir das erste Mal gezwungen waren, schnell Kindergartenplätze zu schaffen.

Heute sehen wir aber die Erforderlichkeit des schnellen und überstürzten Handelns nicht. Die Jugendlichen sind derzeit untergebracht und Pater Gottfried gibt sicherlich auch noch etwas länger Kirchenasyl. Die angesprochenen "kritischen Stimmen", wegen der Unterbringung im Pfarrheim habe ich noch nicht gehört".

Was ich aber höre, sind laute Proteste gegen die Hallenverkleinerung.

Wir wollen doch alle eine gute Lösung und ich bin sicher, dass wir durch Kombination aus Schaffung von attraktiven Räumlichkeiten und der guten Arbeit von Herrn Jacobsen, das Trockendock zu neuer Blüte führen können.

Ja, ich weiß, der verführerische Duft des in greifbarer Nähe stehenden Fördermitteltopfes trübt die Sinne und auch wir von der CDU wollen ungern auf die Fördermittel verzichten, aber um in Mädchensprache zu sprechen: Ich kaufe ja auch kein Paar Schuhe, das nicht passt, nur weil es zum Schnäppchenpreis zu haben ist. Wer billig kauft, kauft meistens zweimal.

Und ja, Frau Bürgermeisterin, man muss auch an den Steuerbürger denken, aber 1. wird auch der Fördermitteltopf aus Steuergeldern gefüllt und 2. Steuerbürger, das sind alle die Menschen die hier leben und arbeiten und die letztlich auch von der guten Infrastruktur hier in der Stadt profitieren.

Der Umbau mag mit Fördermitteln für die Stadt " billig" werden, der gesellschaftliche Preis den wir dafür aber zahlen werden, der ist hoch. Wir spalten das Dorf. Kinder gegen Kinder oder gar Kirche und Jugendarbeit gegen Sport, das darf nicht passieren. Wir dürfen Sportlern nicht ihre Trainingszeiten nehmen und wir müssen das Ehrenamt als das schätzen, was es ist  - sowohl in der offenen Jugendarbeit, als auch im Sport: Der Kitt unserer Gesellschaft. Sport leistet auch hervorragende Arbeit im Jugend-und Sozialbereich. Die Turnhallen sind bereits heute dank der Sportler ein Raum wo Jung und Alt aufeinander treffen. Wir haben bereits ein Mehrgenerationenzentrum !!!

Laut erstmalig in der Ältestenratssitzung getroffenen Aussage der Bürgermeisterin wäre auch ein Anbau an der Christuskirche oder an der Sporthalle förderfähig gewesen, die Alternativen wurden aber seitens der Verwaltung nicht weiter verfolgt - aus Kostengründen. Dabei geben die Förderrichtlinien auch her, mehrere Anträge zu stellen, die dann allerdings zu priorisieren sind.

Angesichts der hohen Förderquote hätte sich der Eigenanteil der Stadt dann aber nur geringfügig erhöht. Ob wir nun 39.000 EUR selber zahlen, oder 47.000 EUR ist dann egal.

Wir möchten insoweit folgenden alternativen Beschlussvorschlag unterbreiten und zur Abstimmung stellen:

1. Der Förderantrag in seiner jetzigen Gestalt wird zurückgenommen, sofern eine nachträgliche Umplanung im laufendem Antragsverfahren nicht möglich sein sollte.

2. Im Jahr 2019 wird ein neuer Förderantrag gestellt, nachdem sich der Rat zuvor auf eine finale Alternativplanung festgelegt hat.


Pamela Westmeyer


aktualisiert von CDU-Harsewinkel, 20.09.2018, 08:34 Uhr


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