Besichtigung des Klärwerkes Harsewinkel

Senioren Union der CDU (SU) „Vor Ort“

Nach dem Besuch in der Oetker Welt trafen sich in der Programmserie „SU vor Ort“ 23 Interessierte zu einer Besichtigung des Klärwerkes Harsewinkel. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Betriebsleiter Heiner Roderfeld wurden die Besucher in die Schalt- und Steuerzentrale in das Obergeschoss des Betriebsgebäudes gebeten. Anhand der vorhandenen Schautafel konnte der Verlauf des Reinigungsprozesses vom Zulauf  (Abwasserhebewerk) bis zum Abgabepunkt des geklärten Wassers in den Abrooksbach aufgezeigt werden.

Das in den Ortsteilen Harsewinkel, Marienfeld und Greffen anfallende ca. 1,8 Mio m³/Jahr Abwasser wird über ein etwa 245 km langes Misch- und Trennkanalsystem der Kläranlage zugeführt, wobei die Außenbereiche über das sogen. Druckentwässerungssystem verfügen. Der Mischkanal nimmt Schmutz- und Niederschlagswasser auf und im Falle von starken Niederschlägen wird durch die vorhandenen Regenüberlaufbecken eine zeitverzögerte Zuleitung zur Kläranlage erreicht. Beim Trennkanalsystem fließt das Schmutzwasser direkt zum Klärwerk, während das Niederschlagswasser über getrennte Kanäle und vorhandene Regenrückhaltebecken versickert oder aber bei Überlauf direkt einem Gewässer zugeführt wird.

Das am Abwasserwerk ankommende Schmutzwasser wird in der 1. Stufe mechanisch gereinigt, d.h. die biologischen Inhaltsstoffe (Schmutzfracht) werden entfernt, separat aufgenommen und für die Verbrennung vorbereitet. Bei der 2. Stufe handelt es sich um die biologische Reinigung im Belebungsverfahren, wobei hier die Selbstreinigungsvorgänge in natürlichen Gewässern nachgeahmt werden. In der 3. Stufe erfolgt eine weitergehende Abwasserreinigung durch Flockungsfiltration, um den noch vorhandenen Phosphoranteil weiter zu reduzieren. – Im betriebseigenen Labor wird die Einhaltung der maßgeblichen Grenzwerte ständig überprüft und von externen Labors die Einleitung der Abwässer in den Abrooksbach.

Derzeit befindet sich die Einrichtung einer vierten Reinigungsstufe durch Einsatz von Aktivkohlefilter im Bau mit dem Ziel, alles vorhandene „Schlechte“ dem Wasser zu entziehen und die „guten“ Stoffe  im Wasser zu belassen. Hiermit sind auch die Reststoffe z.B. aus der Arzneimittelverwendung angesprochen.

Was als biologisches Produkt bei der Abwasserreinigung anfällt ist Schlamm. Dieser anfallende Schlamm wird bei der 2. Reinigungsstufe kontinuierlich dem beheizten Faulbehälter zugeführt. Durch die Behandlung des Schlamms mit Sauerstoffentzug, 37 Grad Wärme und Einsatz von Kleinstlebewesen erfolgt eine Umsetzung großteils in Kohlendioxid, Wasser und Methan. Das gewonnene Methan wird werkseitig genutzt zum Betrieb des BKHW (Blockkraftheizwerk) zwecks Erzeugung von Strom und Wärme.

Beim Rundgang durch das Werksgelände wurde die Gruppe ausführlich und fachmännisch auf die verschiedenen Werkskomponenten und ihre Verwendung hingewiesen.

Dem Organisator Günter Gerhard und seiner Frau Margret sei gedankt für die Möglichkeit des Info-Tages und die gemütliche Runde nach der Besichtigung durch Gegrilltes und Getränke.

Heinz Sautmann
03.05.2019

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