Dr. Angelika Wensing
Dr. Angelika Wensing
„Nein auch die CDU möchte den Wilhalm nicht abreißen! Wir waren 2019 gegen den Kauf. Aber nun gehört er halt der Stadt und wir wollen etwas Sinnvolles daraus machen. Die gemütliche Kneipe an der Ecke mit Saalbetrieb an engagierte Gastronomen verpachtet, wäre doch eine super Idee. Dazu muss man irgendwann umbauen und sanieren. Das weiß jeder im Rat und wohl auch jeder in der Stadt. Und trotz dieses Wissens stellt die Bürgermeisterin mit den anderen Parteien das Haus freiwillig!!! unter die Zwänge des Denkmalschutzes. Wir haben in der gestrigen Ratssitzung versucht, den anderen Parteien aufzuzeigen, welche eklatanten Nachteile mit dem Denkmalschutz für den Gasthof Wilhalm verbunden sind. Leider wollte das niemand hören. Leider spielten Argumente hier überhaupt keine Rolle. Die simple Logik der SPD, UWG und Grünen mit Frau Amsbeck-Dopheide an der Spitze lautet mal wieder „Koste es was es wolle.“ Unsere Argumente findet ihr hier ….

Die Bürgermeisterin, die SPD, UWG und die Grünen haben gestern im Rat dem alten Gasthof Wilhalm den Denkmalschutz aufgedrückt.

Das ist schade. Denn hier wurden viele Chancen vertan.

Wir lehnen den Denkmalschutz für den Gasthof Wilhalm ab und um das ganz, ganz deutlich zu sagen … unsere Ablehnung bedeutet NICHT, dass wir den Gasthof abreißen wollen.

Unsere Ablehnung bedeutet, dass wir der Stadt Harsewinkel keine Fußfesseln und Daumenschrauben bei der notwendigen bevorstehenden Sanierung anlegen wollen.

Unsere Ablehnung bedeutet, dass wir die Kosten für die bevorstehende Sanierung nicht ohne Not noch weiter in die Höhe treiben wollen.
Unsere Ablehnung bedeutet, dass wir die Stadt als Eigentümerin der Immobilie nicht unter die Knute des LWL stellen wollen. Was dabei rauskommt, sehen wir doch gerade am Olden Hof. Mehrkosten, Zwänge, Verbote usw.

Unsere Ablehnung bedeutet, dass es für die Schaffung eines modernen Saales im hinteren Teil des Gebäudes vielleicht nötig sein kann, z.B. Teile der Kegelbahn abzureißen. Das wollen wir eben NICHT von vornherein ausschließen.

Unsere Ablehnung bedeutet auch, dass wir die Halbierung des Wertes des städtischen Eigentums Gasthof Wilhalm in der Bilanz der Stadt nicht mittragen.

Denkmalschutz bedeutet nicht mehr Rechte oder mehr Möglichkeiten. Denkmalschutz bedeutet mehr Zwänge, mehr Pflichten, mehr Einschränkungen und vor allem auch noch mehr Kosten.

Die abenteuerliche Rechnung des Stadtplaners, die höheren Kosten durch den Denkmalschutz, könne man durch Einsparungen in der Wärmedämmung ausgleichen ist so brillant daneben, dass es schon fast lustig sein könnte. Wir haben immerhin gerade im Oktober beschlossen öffentliche Gebäude klimaneutral zu sanieren. Wo bitte bleibt eigentlich der Aufschrei der Grünen oder des umweltpolitischen Sprechers der SPD?

Die Förderrichtlinien des ISEK, die hier für die Bezuschussung des Kaufpreises von der Bezirksregierung angeboten wurden sehen vor, dass das Gebäude 20 Jahre lang nicht abgerissen werden darf.

Damit sollte doch das Ansinnen der Bürgermeisterin und der anderen Fraktionen geschützt genug sein.

Die suboptimale Vertragsgestaltung beim Erwerb der Immobilie verhindert zumindest für etliche Jahre auch den Weiterverkauf. Noch ein Schutzriegel.

Schlussendlich bleibt also die Frage:
Vor wem müssen wir bitte unser eigenes Haus mittels Denkmalschutz schützen???

Vor uns selbst???

Vor dem neuen Rat???

Oder geht es hier längst nur noch um Rechthaberei???

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