Senioren Union 8 Tage unterwegs in Danzig und Masuren

Gruppe auf den Eingangsstufen von Heilige Linde
Gruppe auf den Eingangsstufen von Heilige Linde
Die 2019 bereits für Ende Mai 2020 gebuchte Reise wurde einvernehmlich verschoben auf Ende September. 23 Interessenten landeten am 18.09.2020 vom Flughafen Dortmund aus kommend in Allenstein, der historischen Hauptstadt des Ermlands. Der Weg führte weiter nach Lötzen, den nördlichen Wasserverkehrsknotenpunkt der Seenplatte.

Neben der Festung Boyen erfuhr man alles über die 100 to schwere Drehbrücke, die noch heute im 30-Min.-Takt von Hand gedreht wird zur  Passage größerer Segelschiffe.
Vom Hotel Golobiewski in Nikolaiken, direkt am Spirdingsee gelegen, erforschte man Teile des Ermlands und die „buckligen Masuren“. Bei der Fahrt durch die Johannisburger Heide erlebte die Gruppe in Galkowo den neben dem Gestüt Ferenstein gelegenen  „Marion Dönhoff Salon“ – ein Highlight. Die sehr betagte Journalistin Renata Marsch-Potozki (94), seinerzeit aktiv für die DW (Deutsche Welle), erzählte den Gästen beeindruckend aus dem Leben der Gräfin und auch ihrem Leben.  Eine traditionelle Stakbootfahrt auf der idyllischen Krutyna sorgte für Freude und Entspannung zugleich. Das Kloster der Russischen Altgläubigen in Eckertsdorf errichteten die wegen der streng religiösen Anschauung in Russland verfolgten „Philipponen“ Mitte des 19. JH auf einer kleinen Anhöhe.
In Nakomiady mit Schloss und Parkgarten, in dem anstelle von Blumen nur Gemüsearten enthalten sind, besichtigte man die dazugehörige Keramikmanufaktur. Vor allem produziert man Keramiken und Kachelöfen als Nachbildungen aus den ostpreußischen Schlössern und Herrenhäusern. Diese stehen hoch im Krus.
Einen Höhepunkt stellte das Orgelkonzert in der Wallfahrtskirche Heilige Linde dar. Die Barockorgel von 1721 lässt auch die installierten Engel musizieren/sich bewegen.
Das Schloss der Ermländer Bischöfe aus dem 14. Jh. in Rossel war das nächste Ziel.  Das nur von Außen zu besichtigende Schloss in Sorquitten lag am Wegesrand nach Allenstein. Beim Rundgang durch die kleine Altstadt der ehemaligen Metropole Allenstein erlebten die Reisenden neben der Kirche St. Jakob, das backstein-gotische Hohe Tor sowie die Astronomische Tafel, die Nikolaus Kopernikus 1517 während seines Wirkens in Allenstein eigenhändig schuf. Nach dem anschließenden Besuch des Oberländer Kanals war man etwas ernüchtert, da leider kein Schiff zur Verfügung stand, dass über Land zum nächsten Kanalabschnitt gezogen werden konnte.
 
Das in diesem Jahr erst eröffnete Hotel Grano bezogen die SU-ler* in Danzig, gelegen auf der Insel Granary - mitten im Herzen von Danzig. Die Altstadt besichtigte man ausgiebig. Hier hatten die Besucher tagsüber und auch abends reichlich Gelegenheit, die absolute Schönheit der Stadt auch im Glanz der Lichter in der Langen Gasse/Langer Markt mit dem Neptun-Brunnen und an der Mottlau, u. a. mit dem Krantor , zu erleben. An einem Abend kostete die Gruppe in dem ursprüng-lichen Restaurant „Danziger Bowke“ kaschubische Gerichte.
Ein absolutes Muss ist der Besuch des Weltkulturerbes – die Marienburg, dem drittgrößten Burgkomplex in Europa – am Rand des Flusses Nogat gelegen. Der Deutsche Ritterorden errichtete den Komplex im 13./14. Jh.. Über dem Fluss erheben sich von Nord nach Süd auf 600 m Länge Türme, Tore und Ringmauern, in deren Zentrum das Hochschloss und das Mittelschloss mit dem Hochmeister-Palast thronen. Die über zweistündige Führung wurde durch die Maskenpflicht bei sommerlichen Temperaturen zu einer körperlichen Belastung, die dennoch sehr lohnenswert war.

Nach der Busfahrt durch die Kaschubische Region nördlich von Danzig war die Halbinsel Hela das Ziel. Die 35 km lange Nehrung teilt die Danziger Bucht. Hela ist wegen der Winde ein beliebter Ort aller Surfer. Am letzten Tag waren die Orte Gdingen, Sopot und Oliva die angesagten Ziele. In Oliva erlebte die Gruppe ein weiteres grandioses Orgelkonzert in der gotischen Kathedrale, die nach dem Brand ab 1350 neu aufgebaut wurde. Ursprünglich errichteten die Zisterzienser Mönche (wie auch in Marienfeld!)  an diesem Ort um 1186 eine erste Kirche. Auf der Barockorgel findet jährlich ein internationales Festival der Orgelmusik statt. Abschließend konnten die Reisenden in dem Danziger Seebad  Sopot bei herrlichem Sonnenschein die Seele etwas baumeln lassen und die letzten Stunden auch entlang der längsten Seebrücke Europas (511,50 m) sowie der Promenade genießen. Schönstes Wetter begleitete die Gruppe während der gesamten Woche, was die Reisenden zu schätzen wussten. Ein Schlenker führte in Danzig noch zum  Solidarnosz-Zentrum vor der Werft, bei der seinerzeit die Proteste und Demonstraionen unter Lech Wales begannen.
Von Danzig aus erfolgte der Rückflug nach Dortmund. Vielfältige Landschaften und eine weitgehend erhaltene Natur, viel über die Geschichte und die jeweilige Gesellschaft, über Bauwerke sowie das aktuelle Leben vermittelte die sehr beschlagene Reiseleiterin Alicja. Die strengen Vorschriften und Regeln vor Ort  in den beiden  Hotels und während der Besichtigungen sowie die persönliche Vorsicht des Einzelnen lassen alle Reisteilnehmer diese Exkursion in bester Erinnerung bleiben.

Egon Möllenbrock



Blick v. Hotelbalkon auf Nikolaiken und d. Spirdingsee


Eingang von Heilige Linde


Barockorgel von Heilige Linde


Danzig – Krantor an der Mottlau


Marienburg


Marienburg









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