Nach 44 Jahren Planung Straße nun freigegeben

Zahlreiche Zuschauer hatten sich gestern Vormittag zur Freigabe der neuen Umgehungsstraße eingefunden. Bilder: Bolte
Zahlreiche Zuschauer hatten sich gestern Vormittag zur Freigabe der neuen Umgehungsstraße eingefunden. Bilder: Bolte
01.12.2007
Marienfeld (hebo). Die Planung hat fast ein halbes Jahrhundert gedauert, die Bauzeit ist dafür um so kürzer gewesen: Nur neun Monate nach Baubeginn ist die Marienfelder Umgehungsstraße gestern für den Verkehr freigegeben worden.

Der Bericht "Der Glocke"

Sie soll vor allem den Schwerlastverkehr aus dem Ortskern heraushalten und schafft gleichzeitig eine neue Zuwegung samt Parkraum zum Sportgelände Ruggebusch. Ein großes Bürgerfest zur Fertigstellung der Straße wird erst im nächsten Frühjahr stattfinden. Dennoch hatten sich zur Freigabe der 1,1 Kilometer langen Strecke fast 100 Interessenten – Vertreter von Rat, Verwaltung und beteiligten Firmen ebenso wie Marienfelder Bürger – vor Ort eingefunden, als Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, Dr. Jürgen Siegel von der Firma Kirchner und Ulrich Windhager vom Betrieb Straßen NRW gemeinsam das Absperrband durchschnitten. Bei ihrer Ansprache zitierte die Bürgermeisterin aus einem Verwaltungsakt von 1963, in dem die Notwendigkeit einer Umgehung für Marienfeld bereits festgehalten worden war. Dass die Realisierung des Vorhabens 44 Jahre gedauert habe, sei natürlich bedauerlich, meinte die Verwaltungschefin, aber trotzdem überwiege die Freude, dass die Straße nun fertig sei. Sabine Amsbeck-Dopheide dankte allen beteiligten Firmen und Behörden sowie den eigenen Mitarbeitern für das gezeigte Engagement und hob ausdrücklich hervor, dass die Partnerschaft mit der Firma Kirchner, die die Straße gebaut habe, jetzt nicht beendet sei, sondern noch 30 Jahre andauere. Bekanntlich ist Kirchner so lange für Pflege, Unterhalt und Reparaturen an der im PPP-Modell gebauten Umgehung zuständig. Geschäftsführer Dr. Jürgen Siegel von Kirchner hob ebenfalls hervor, dass seine Firma nun 30 Jahre für die Straße verantwortlich sei. Entsprechend viel Mühe habe man sich beim Bau gegeben. Davon hatten sich während der Bauzeit etliche Marienfelder immer wieder selbst überzeugt. „Ich bin jeden Tag auf der Baustelle gewesen“, meinte zum Beispiel Ex-Wehrführer Willi Bruns – und er war nicht der Einzige. Das erste Fahrzeug, das über
die neue Straße rollte, war im Übrigen kein Auto. Josef Hanhart aus Marienfeld, Vorsitzender des Schäferhundevereins Harsewinkel, lud Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide zu einer Spritztour mit dem von Langhaarschäferhund „Enrico“ gezogenes Saco-Car, einem aus Norwegen stammenden Trainingsgerät für Schlittenhunde, ein. Angesichts der kühlen Temperaturen bot Heinz Austermann vom Tiefbauamt den Gästen einen wärmenden „Kluck“ an. Und nach der Freigabe der Straße wärmten sich die Vertreter von Rat, Verwaltung und Firmen in der Cafeteria der Firma Bessmann an der B 513 bei einem Kaffee wieder auf. Ulrich Windhager, Leiter des Betriebs Straßen NRW in Bielefeld, betonte im Übrigen auf Frage der „Glocke“, dass die neuen Schilder, die den Verkehr künftig aus dem Ort heraushalten und auf die Umgehungsstraße lenken sollen, in den nächsten Tagen an der B 513 und anderen Straßen angebracht werden.

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