Menschliches Leben darf nicht als „Bio-Plantage“ missbraucht werden

Hubert Hüppe (CDU) spricht zur Bioethik

Sprachen in der Alten Abtei in Marienfeld über Bio-Ethik (v.l.): Ralph Brinkhaus, Hubert Hüppe und der Harsewin­keler Bürgermeisterkandidat Friedhelm Thüte.
Sprachen in der Alten Abtei in Marienfeld über Bio-Ethik (v.l.): Ralph Brinkhaus, Hubert Hüppe und der Harsewin­keler Bürgermeisterkandidat Friedhelm Thüte.

12.06.2009
Organspende, Klonen und embryonale Stammzellenforschung sind Themen, die persönliche Werte und Gewissensentscheidungen berühren. Zu diesem ebenso brisanten wie aktuellen Themenkreis hatte jetzt der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagskandidat Ralph Brinkhaus einen Experten in den Kreis Gütersloh eingeladen: In Marienfeld hat der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Belange der Menschen mit Behinderungen, einen Vortrag mit dem Titel „Der 8. Tag der Schöpfung“ gehalten. Dahinter verbirgt sich die Frage, wie der heutige Mensch verantwortungsvoll mit der Schöpfung umgehen kann.

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Hüppe begann mit dem Thema Organspende und stellte dar, welche rechtliche Bedeutung die Definition des Todes hat. So ist in Deutschland für die Entnahme von Organen der Hirntod entscheidend, während im benachbarten Holland bereits der Herztod eine ausreichende Voraussetzung ist. „Dazu gehört auch die Problematik der Organspende von nicht lebensfähigen Säuglingen“, sagte Hüppe. „Hier sind wir schnell bei den gefährlichen Fragen, wo das Tötungsverbot beginnt und inwieweit das Recht zum Leben vom Nutzen eines Individuums abhängt.“
 
Hüppe erklärte, dass er ein Befürworter der Stammzellenforschung sei, jedoch nicht der embryonalen Stammzellenforschung, die es nötig macht, Embryonen zu töten. „Wenn man es grundsätzlich zulässt, Embryonen aus wissenschaftlichen Gründen zu töten, sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet“, so Hüppe. Der Fachmann für Bioethik zeigte auf, dass es eine Alternative gibt: Die ethisch unbedenkliche Reprogrammierung erwachsener Zellen zu wissenschaftlichen Zwecken.
 
Ebenfalls problematisch ist das therapeutische Klonen. Auch dieses Verfahren bedeutet den Tod der neu entstandenen Lebewesen. Außerdem würde beim Men¬schen die große Zahl der dafür benötigten weiblichen Eizellen dazu führen, dass Frauen in armen Regionen der Welt zu diesem Zweck als „Bio-Plantagen“ benutzt würden. Auch die Gen-Diagnostik birgt Gefahren, wenn die Untersuchungsergebnisse in die falschen Hände fallen. „Die Politik hat daher entschieden, dass es in Deutschland beispielsweise Arbeitgebern oder Lebensversicherungen verboten ist, solche Untersuchungsergebnisse einfordern“, so Hüppe.
 
Brinkhaus mahnte als Fazit an, dass man bei allem begrüßenswerten medizinischen Fortschritt auch Zurückhaltung üben müsse. „Viele dieser Beispiele zeigen, dass wir dabei sind, die Ehrfurcht vor dem Leben zu verlieren“, so Brinkhaus. „Es ist für uns als Christdemokraten unsere Aufgabe, extremen und nicht ethisch vertretbaren Entwicklungen im Bereich der Molekularmedizin entgegenzuwirken.“

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