Seinen Weg konsequent gehen

CDU-Bürgermeisterkandidat Friedhelm Thüte glaubt an seinen Sieg

26.08.2009

VON RICHARD ZELENKA
© 2009 Neue Westfälische
Gütersloher Zeitung, Mittwoch 26. August 2009 

Harsewinkel. Den Computer an seinem Arbeitsplatz im Zustellstützpunkt Rheda-Wiedenbrück hat Friedhelm Thüte mit dem Passwort „winner50+“ versehen (inzwischen geändert). Ein symbolischer Akt – denn der 52-jährige Postbeamte glaubt fest an seinen Sieg und den seiner Partei bei der bevorstehenden Kommunalwahl am 30. August.

Die CDU soll an diesem Tag die absolute Mehrheit der Stimmen in Harsewinkel erringen. Das ist das erklärte Ziel. Und Thüte möchte zudem ein 15 Jahre währendes Jammertal der Christdemokraten beenden – nach drei kläglich gescheiterten Versuchen will er das höchste Amt in der Stadt für die CDU holen.

Wenige Tage vor dem großen Showdown gibt Thüte sich gelassen: „Wir haben alles getan, um zu siegen, am Ende entscheidet der Wähler“. Die gebetsmühlenartig aus allen möglichen politischen Richtungen wiederholte Forderung, eine absolute Mehrheit der CDU müsse unbedingt verhindert werden, versteht er nicht: „Warum eigentlich? Verl oder in Rietberg, wo wir die absolute Mehrheit haben, sind doch Vorzeigeorte, die ein Beispiel für Harsewinkel sein könnten“.

Friedhelm Thüte wird am 25. August 53 Jahre alt. Er ist ein bodenständiger und umsichtiger Mensch. Er setzt auf Sicherheit. Erst am Wahlabend, wenn das Endergebnis auf dem Tisch liegt und für ihn spricht, wird er seine Beurlaubung bei der Deutschen Post beantragen – für zunächst sechs Jahre, so lange dauert die Amtszeit der Bürgermeister. Aller Anfang ist schwer. Das weiß Thüte. Die kommunale Verwaltungsarbeit und die Strukturen im Rathaus sind für ihn Neuland. Um möglichst schnell fit für seinen neuen Job zu sein, will er im Falle seiner Wahl Fortbildungsseminare und nach Möglichkeit auch ein Praktikum im Rathaus absolvieren. Paradox: Seine Lehrmeisterin wäre dann die abgewählte SPD-Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide.

Die vielen Plakate an den Bäumen und Laternen, der ungewohnte Rummel, die vielen Veranstaltungen, all das bringt Unruhe in das Leben der Familie Thüte. Mit seiner Ehefrau Waltraud und seinen fünf Kindern wohnt der Kandidat am Wacholderweg. Das Leben verlief für die Thütes bisher in eher beschaulichen Bahnen. Die Familie spielte dabei immer die zentrale Rolle, Politik und Vereinsarbeit waren eine willkommene Abwechslung. Das hat sich radikal geändert: Seit Monaten ist Friedhelm Thüte im Dauereinsatz. Unermüdlich zieht er diese Tage von Tür zu Tür, verteilt seinen Wahlflyer an die Bewohner und versucht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Dabei habe ich ausgesprochen positive Erfahrungen gemacht“, beteuert er.

Bereits zehn Jahre sitzt Thüte für die CDU im Stadtrat, als der künftige Bürgermeister habe er sich aber in dieser Zeit kaum profiliert, werfen ihm seine Kritiker vor. Thüte kann es nachvollziehen: „Ich bin kein Typ, der sich gerne in den Vordergrund stellt. Wenn ich aber etwas gut und richtig finde, setze ich mich mit aller Kraft dafür ein. Dabei lege ich Wert auf kreativ-praktische Lösungen. Es liegt mir daran, möglichst viele Menschen auf diesem Weg mitzunehmen. Gewinnen soll am Ende unsere Heimatstadt Harsewinkel“, bringt es der 52-jährige auf den Punkt.

Seinen Entschluss, sich für die große Aufgabe zur Verfügung zu stellen, habe er noch keine Sekunde bereut, sagt Thüte: „Es ist eine Last, die mit viele Arbeit verbunden ist, aber keine Belastung. Es ist spannend, interessant und eine Herausforderung. Die Kandidatur ist eine Bereicherung für mein Leben“.

Die Stärkung der heimischen Wirtschaft ist ein besonderes Herzensanliegen Thütes. Seit September 2008 ist er auf Tour durch die Betriebe, um vor Ort zu erfahren, wo der Schuh drückt. Bereits rund 45 Firmen hat er seitdem besucht und dabei viel Interessantes und Neues erfahren, betont er. Klar, dass sich auch Thüte für einen weiteren Abbau der Schulden stark machen will, sich eine noch bessere Schul- und Bildungspolitik wünscht, die Innenstadt schöner gestalten und die heimischen Vereine fördern möchte.

Ein Thema liegt dem CDU-Mann aber besonders am Herzen: die Nachhaltigkeit Und er macht es anderen vor. Auf dem Dach seinen Hauses hat er – zum Teil eigenhändig – eine große Solaranlage zur Stromerzeugung installiert. Außerdem ist er Geschäftsführer einer GbR, die auf einem Greffener Hallendach eine 400 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage betreibt. Thüte: „Das übt auf mich einen großen Reiz aus“.


Ein Postler will ins Rauthaus

Friedhelm Thüte wurde am 25. August 1956 in Harsewinkel geboren. Nach der Volksschule folgte ab September 1971 die Ausbildung bei der Deutschen Bundespost als „Postjungbote“ in Gütersloh. Bis 1981 war Thüte Briefzusteller in Gütersloh, Spexard, Isselhorst, Harsewinkel, Marienfeld und Greffen. 1983 bis 1994 war er im Schalterdienst im Bereich Gütersloh eingesetzt. Im November 1995 wurde Thüte Betriebsleiter in Harsewinkel in Herzebrock. Auf eigenen Wunsch wurde er 1996 zur Zustellstützpunktleitung nach Bielefeld-Brackwede versetzt, im August 1997 folgte die Berufung zum Leiter des Zustellstützpunktes in Rheda-Wiedenbrück. Im August 1980 heiratete Friedhelm Thüte seine Frau Waltraud, geborene Schulmann. Das Ehepaar hat fünf Kinder. Friedhelm Thüte war von 1985 bis 1996 Vorsitzender der Kolpingsfamilie Marienfeld. 1994 wurde er in den Kirchenvorstand St. Lucia gewählt und gehört ferner dem Kuratorium des St.-Lucia-Hospitals an. Thüte ist seit 1999 Mitglied der CDU, dem Rat gehört er seit zehn Jahren an.
 

© 2009 Neue Westfälische
Gütersloher Zeitung, Mittwoch 26. August 2009 
 

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