Elternbrief an die Fraktionssprecher Harsewinkels

Verärgerung über die Streichung der Schülersonderbeförderung

23.02.2010
Rückblick / Aus dem Protokoll der SKS-A. Sitzung vom 26.01.2010:

Produkt Schülerbeförderung
Die CDU-Fraktion beantragt die Erhaltung der Taxibeförderung in die Außenbereiche Beller/Rheda.
Abstimmungsergebnis: 6 Ja-Stimmen / 7 Nein-Stimmen
Damit ist der Antrag abgelehnt. Die Position bleibt anteilig in der "blauen Liste".

Mit dem vollen Verständnis der CDU wendeten sich die betroffenen Familien nun an die Fraktionssprecher:

An die Fraktionssprecher
CDU
SPD
UWG
FDP
Grüne


Wir haben kürzlich in der Zeitung lesen müssen, dass der Schul-, Sport und Kulturausschuss dem Rat empfiehlt, die Taxibeförderung in die Bauernschaft Beller / Rheda einzustellen. Hierdurch sollen ca. 3.000,00 € eingespart werden.

Wir haben diesen Bericht geschockt zur Kenntnis genommen, denn nun müssten wir wieder selber zum „Taxiunternehmen“ für unsere Kinder werden.
3.000,00 € sind viel Geld, aber wir würden empfehlen, hier noch einmal genauer hinzusehen und auf alle Fälle noch einmal nachzurechnen!
Wurde hier schon berücksichtigt, dass den Eltern nun eine Wegstreckenentschädigung zu zahlen ist. (Sagenhafte 13 Cent pro km aber nur für einen Weg, den Hinweg fliegt das Auto schließlich oder fährt mit guten Worten oder so …)
Jede Aufstellung pro Entschädigungsantrag, d.h. pro Kind, wird von der Verwaltung zur Kontrolle an die Schule weitergegeben. Hier wird kontrolliert, ob das Kind auch an den entsprechenden Tagen in der Schule anwesend war, danach wird es in der Verwaltung abschließend geprüft, abgerechnet und überwiesen.
Welche Summe wird hier wohl den städt. Haushalt belasten bzw. welche Summe wird tatsächlich eingespart?
Wie steht´s mit dem Umweltgedanken? Ist es wirklich gewollt, dass sich nun jede einzelne Familie mit dem Auto auf den Weg macht, sein Kind einzusammeln?
Fahrgemeinschaften zu bilden ist nahezu unmöglich, schließlich gehen die Kinder in unterschiedliche Klassen, unterschiedliche Jahrgänge, unterschiedliche Schulen. Hier ist es nicht möglich einen Beförderungsplan für längere Zeit zu entwerfen – man muss häufig spontan auf Veränderungen im Stundenplan reagieren. Zudem liegen die Häuser der einzelnen Kinder doch fast immer mehrere Kilometer auseinander. Schauen Sie ruhig einmal auf den Stadtplan.

Deshalb unser Appell:

Wenn Sie als unsere Bürgervertreter sich für die Schulform einer Ganztagsschule entscheiden, dann müssen Sie bitte schön auch die Konsequenzen hieraus tragen. Hierzu gehört nun einmal  die Schülerbeförderung – auch von einzelnen Kindern. Wir haben den Eindruck, dass man bei den Beschlüssen für die Ganztagsbetriebe hieran nicht gedacht hat.

Im Augenblick reden wir nur über eine kleine Minderheit – vielleicht 5 bis 10 Kinder – aber mit jedem Schuljahr werden die Kinder mehr, die vom Ganztagsschulbetrieb betroffen sind und befördert werden müssen. Man wird diesen Posten nicht aus dem städt. Haushalt streichen können, denn es besteht Schulpflicht auch für Kinder aus den Bauernschaften.


Haben die Ausschussmitglieder evtl. auch schon mal daran gedacht, was ihr Beschluss für die betroffenen Eltern und Kinder bedeutet? Wir glauben nicht.

  • Es soll Eltern geben, die mehr als 1 Kind haben. Evtl. müssen also mehrere Kinder gefahren werden. Die haben aber in den seltensten Fällen zur gleichen Zeit Schulschluss. Die Schulen in Harsewinkel können sich leider nicht auf einheitliche Zeiten einigen. Dieses würde eine Beförderung enorm vereinfachen.
  • Es soll auch Eltern geben, die berufstätig sind. Unter Umständen ein logistisch enorm schwieriges Problem jeden Tag, jede Woche, jeden Monat eines Schuljahres das Kind/die Kinder nach Hause zu bekommen.
  • Der Vorschlag, die Kinder mit dem Fahrrad fahren zu lassen, kann auch nur von Leuten kommen, die gar nicht wissen, um welchen Schulweg es sich im Einzelnen handelt.
    Wir laden die Mitglieder des Rates und des Ausschusses gerne einmal ein, eine Fahrradtour zu uns zu unternehmen. Entlang der Oesterweger Straße, Steinhäger Straße oder der Hesselteicher Straße – ohne Radweg – bei Wind und Wetter – ohne Straßenlaternen im Dunkeln – oder vielleicht bei Eis und Schnee. Es handelt sich nicht nur um 2 oder 3 Kilometer; es geht um Kinder morgens um 7 bzw. 7.30 Uhr im Berufsverkehr mit voll bepackten Taschen am Fahrrad auf Straßen, wo Autos und LKW´s  eiligst über die Straße brausen. Aktuelle Geschwindigkeitsmessungen auf der Hesselteicher Straße haben ergeben, dass viele Fahrzeuge zu schnell fahren.
    Es geht nicht um eine nette kleine Radtour bei schönem Wetter in der Freizeit, wo ich gerne mal 1 bis 2 Kilometer Umweg über ruhige „Bauernsträsschen“ mache.
  • Bitte beantworten Sie uns auch folgende Frage: Wie hoch sind die Kosten für Schülerlotsen in Harsewinkel? Wir fragen uns „Sind die Kinder aus der Stadt etwas Besseres?“ Da steht der Schülerlotse nur wenige Meter neben dem Zebrastreifen oder der Fußgängerampel.
    Aber auch in finanziell schwierigen Zeiten stehen diese Ausgaben –zu Recht- nicht zur Diskussion; es geht schließlich um die Sicherheit unserer Kinder.
    Aber haben unsere Kinder nicht auch einen Anspruch auf einen sicheren Schulweg?
    Wir würden uns wünschen, dass Sie sich selber mal – mit dem Rad – auf den Weg machen, damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, worüber wir reden. Aber bitte nicht am Sonntag bei Sonnenschein, sondern morgens um 7 Uhr mit schwer bepacktem Rad im Berufsverkehr.

So froh wie wir waren, dass die Beförderung nach einigen Wochen – nach einigem Telefonieren und Diskutieren - am Anfang des Schuljahres dann doch geregelt war, so enttäuscht sind wir nun über diesen Beschluss des Ausschusses.

Fazit: Solange es nicht möglich ist, dass unsere weiterführenden Schulen ein gemeinsames Zeitfenster für den Schulschluss vereinbaren, gibt es viele verschiedene Beförderungszeiten und somit müssen auch einzelne Kinder nach Hause befördert werden.
Wir haben den Ganztagsschulbetrieb nicht freiwillig gewählt; er wird uns aufgezwungen.
Wie können wir uns wehren?
Wir können nur hoffen, dass Sie der Empfehlung des Ausschusses nicht folgen und Sie die Konsequenzen aus Ihren eigenen Beschlüssen tragen. Wer den Ganztag will, muss auch die hieraus resultierenden Kosten wie die Schülerbeförderung tragen.

Wir sind auch gerne bereit, unser Anliegen in einem persönlichen Gespräch zu erörtern.

Familie Stothmann 
Familie Beckmann 
Familie Daut 
Familie Wältermann
Familie Schmidtfranz
Familie Mensing
Familie Stieg
                             ... und andere 
 
(Adressen bekannt)

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