CDU – Stammtisch erfreut sich großer Beliebtheit

Thema: Dichtheitsprüfung bei privaten Abwasseranlagen

Jörg Möllenbrock
Jörg Möllenbrock
21.06.2010
Vor gut 40 Gästen informierten beim gestrigen Stammtisch des CDU-Ortsverbandes Marienfeld Herr Stefan Volmering (Stadt Harsewinkel) sowie Herr Patrick Ellebracht und Herr Ralf Kampwerth vom gleichnamigen Unternehmen aus Harsewinkel über die Dichtheitsprüfung bei privaten Abwasseranlagen. Die große Resonanz, so der Vorsitzende Jörg Möllenbrock zeigt, dass in diesem Bereich noch ein erheblicher Informationsbedarf auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger besteht.

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Grundsätzlich besteht demnach eine Pflicht zur Prüfung für alle Grundstückseigentümer, gleich ob Neu- oder Altbau. Die Prüfung muss bis zum 31.12.2015 vorgenommen sein.
Die Dichtheitsprüfung dient dem Schutz der Umwelt hinsichtlich z.B. des Grundwassers. Außerdem soll sie ferner vor zu hohen Reinigungskosten der Kläranlagen dienen, wenn z.B. durch den Eintritt von Grundwasser in die Abwasserleistungen die Einleitungsmenge überproportional ansteigt.
Dabei muss der Grundstückseigentümer die im Erdreich oder unzugänglich verlegten Schmutzwasser-Leitungen sowie Mischwasserleitungen auf Dichtheit prüfen lassen. Im Abstand von 20 Jahren sollen die Leitungen dann immer wieder auf deren Dichtheit überprüft werden.
Längere Prüfungsfristen sind von Seiten der Stadt Harsewinkel vorgesehen, wenn z.B. die Stadt für abgegrenzte Teile ihres Gebietes die Kanalisation im Rahmen der Selbstüberwachungsverpflichtung überprüfen wird. Hier bietet sich für die privaten Grundstückseigentümer an, die eigenen Abwasserlei-tungen im gleichen Zeitraum prüfen zu lassen. Welche Straßenzüge oder –bereiche dies sind, können Sie auf unserer Homepage nachlesen (Link siehe unten).

Die Dichtheitsprüfung darf ausschließlich von zugelassenen Sachkundigen durchgeführt werden. Das Land NRW bietet unter dem Link www.lanuv.nrw.de/wasser/abwasser/dichtheit.htm eine Übersicht an. Im Stadtgebiet Harsewinkel sind dies die Firmen Kampwerth und Instenberg.

Die Prüfung erfolgt mittels Befahrung mit der Kanalkamera und kostet zwischen 300 – 500 €. Eine genaue Vorbesprechung auf dem jeweiligen Grundstück wird von den Fachfirmen angeboten. Der Zugang erfolgt dabei über den Revisionsschacht auf dem Grundstück. Ist dieser nicht vorhanden, muss er zuvor nachträglich errichtet werden. Erst danach kann die Dichtheitsprüfung vom Fachunter-nehmen erfolgen. Wird möglicherweise ein Mangel an der Abwasserleitung festgestellt, ist dieser vom Grundstückseigentümer zu beseitigen und anschließend erneut abnehmen zu lassen. Genaue Fristen für die Mängelbeseitigung sind nicht festgelegt. Dies wird im Einzelfall individuell geregelt. Im An-schluss wird jeder Grundstückseigentümer ein sog. Prüfprotokoll erhalten. Dieses ist der Stadt Harsewinkel vorzulegen, da die Verwaltung nachhalten muss, welche Grundstücke geprüft sind und welche nicht.
Bei Neubauten empfielt sich, die Prüfung sofort nach Errichtung der Abwasserleitungen vorzunehmen und sich hierüber ein entsprechendes Prüfprotokoll ausstellen zu lassen.

Sollten Grundstückseigentümer bis zum 31.12.2015 keine Dichtheitsprüfung veranlasst haben, sei in diesem Zusammenhang auch erwähnt, dass diese dann ordnungswidrig handeln, was wiederum mit einer Geldbuße bis zu 50.000 € je nach Einzelfall und Objektgröße geahndet werden kann.

Daneben sollten Grundstückseigentümer prüfen, ob Schäden an der Abwasserleitung versichert sind, da hier möglicherweise eine Wohngebäudeversicherung für die möglichen Schäden aufkommen könnte.

Die Stadt Harsewinkel erarbeitet derzeit noch einen Info-Flyer, welcher demnächst an alle Haushalte verschickt werden soll. Wenn Sie darüber hinaus Fragen haben, steht Ihnen die Verwaltung als auch das Fachunternehmen gerne zur Verfügung.

Zuletzt noch ein Spartipp:
Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn, und lassen gemeinsam beispielsweise einen kompletten Straßenzug oder ein vollständiges Wohngebiet prüfen. Hier lassen sich unter Umständen einige Euros sparen.

Jörg Möllenbrock
Vorsitzender CDU OV-Marienfeld

Link zum CDU-Bericht der entsprechenden Ausschuss-Sitzung. 

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