Stellungnahme zur „(Sport-) Hallenfrage“

pauschalen Anspruch; „Schule geht vor Verein“ in Frage gestellt

Karl-Heinz Diederichs
Karl-Heinz Diederichs
16.11.2011
Anhand der veröffentlichen Leserbriefe kann man erkennen, dass die „Hallenfrage“ zunehmend die Harsewinkeler Bürger beschäftigt. Der interessierte Leser sollte auch wissen, dass einige Stellungnahmen von Leuten stammen, die sowohl 2008 als aktuell in den Entscheidungsprozess eingebunden sind bzw. waren. Auch ich bin als Sachkundiger Bürger Mitglied im Schul-, Kultur- und Sportausschuss für die CDU.

Für mein Demokratieverständnis ist es verwunderlich, dass man einen Beschluss aus 2008 schon nach drei Jahren wieder in Frage stellt, obwohl eine solche Entscheidung doch für eine Generation gelten sollte.

Die Fakten waren 2008 schon bekannt.

Aktuell wie auch in 2008 gab es eine unabhängige Untersuchung zur Hallenkapazität für den Schulsport im Rahmen des Schulentwicklungsplans. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung sollen aber erst Anfang 2012 vorliegen. Die Vorabergebnisse sind nicht freigegeben.
Damit wird das Thema in die Haushaltsdebatte getragen und bleibt weitere Monate in der öffentlichen Diskussion. Die dann mehr oder weniger sachlich geführt wird.
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Fakt ist:

  • Marienfeld hat keine Sporthalle für Meisterschaftsspiele ihrer Sportvereine.
  • Marienfeld hat kein Bürgerhaus.
  • Marienfeld hat keine Übungsräume für die Musikgruppen.
  • Es gibt ein Votum des Stadtsportrings pro Marienfeld.
  • In Diskussion 2008 gab es zunächst keine Anträge der Schulen zu einer Sporthalle. Allerdings gab es viele Wünsche zur Ausstattung der Computer- und Musikräume sowie den Raumbedarf für den Ganztagsunterricht.
  • Harsewinkel hat gerade in den letzten Jahren wieder Millionen Euro in die Schulen investiert.
Selbstverständlich wissen wir - unabhängig davon, was Gutachter sagen mögen -, dass die räumlichen Voraussetzungen für den Sportunterricht und die optimale Gestaltung des Ganztagsbetriebs durchaus noch verbesserungswürdig sind, aber wir wissen auch, dass guter Sportunterricht und eine pädagogisch sehr gute Gestaltung des Ganztagsbetriebs unter den jetzigen Voraussetzungen trotz kleiner Abstriche möglich sind.

Man kann die Schulen meiner Meinung nach nicht immer in die erste Reihe stellen, wenn keine gravierenden Mängel zu sehen sind. Auch andere Lebensbereiche sind wichtig. Auf dem inzwischen hohen Niveau der Ausstattung stelle ich den pauschalen Anspruch; „Schule geht vor Verein“ in Frage. In Harsewinkel sind mehrere sehr erfolgreiche Vereine beheimatet. Hier wird sehr gute Arbeit geleistet. Auch das muss man berücksichtigen.

Zu der Kritik zum Zustand der Harsewinkeler Hallen möchte ich noch anmerken; das die Sanitärräume an den Schulen Harsewinkels leider immer etwas stiefmütterlich behandelt werden. Das haben die Diskussionen der letzten Jahre immer wieder gezeigt.
Die Turnhalle des Gymnasiums ist über 40 Jahre alt. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die Duschen stinken und die Wassertemperatur nicht regelbar ist. Aber es ist kein Gesundheitsrisiko mit der Nutzung verbunden. Gestattet sei der Vergleich mit einem Einfamilienhaus. Das Badezimmer hat dort in der Regel eine Lebenserwartung von 10 bis 20 Jahre. Dann wird es saniert. Aber es wird nicht das komplette Haus abgerissen und ersetzt. Über den berechtigten Sanierungswunsch der Sanitärräume an dieser Turnhalle muss man reden.
In diesem Sinne sollte man auch mit undichten Dächern, defekten Geräten und anderen Ausstattungsdingen umgehen. Die Instandhaltung ist Tagesgeschäft der Verwaltung und dient nicht als Argument in der „Hallenfrage“.

Karl-Heinz Diederichs
Sachkundiger Bürger im 
Schul-, Kultur- und Sportausschuss für die CDU

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