13.01.2012
Große Freude herrschte bei den Verantwortlichen der SU über die große Resonanz als auch die positiven Bekundungen der Teilnehmer nach der ersten Veranstaltung der erst vor einigen Wochen neu gegründeten Abteilung der CDU – Harsewinkel. 35 Teilnehmer zählte die Teilnehmerliste. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Fred Wolf, ein Harsewinkeler und seit 17 Jahren in der SU in Gütersloh aktiv, drückte sein Erstaunen aus, denn nur selten kommen zur ersten Veranstaltung bereits derart viele Interessenten.

Der kurzen Begrüßung durch den 1. Vors. Wolfgang Schwake folgten einige Ausführungen über die Ziele der SU, basierend auf den Ausführungen der SU in NRW. Die ausführliche Vorstellung des Halbjahres-Programms präsentierte in der Folge Egon Möllenbrock. Bereits hier setzte zur Programmserie „Menschenrechte/Grundwerte/Grundgesetz“ eine rege Diskussion ein. Es besteht ganz offensichtlich größeres Interesse an diesem Themenkreis. Am 27.02.12 wird bei der ersten Veranstaltung der Serie der Islam theologisch vorgestellt durch Cemil Sahinöz. Beachten sollten sie dazu die weiteren Informationen in der Presse bzw. im Internet unter www.cdu-harsewinkel.de .
Spätestens Anfang September wird dann der 2. Teil der Programmserie erfolgen.

W. Schwake setzte die Veranstaltung fort und referierte zum Thema „Und sie bewegen sich doch – Senioren gestern, heute, morgen. Mit dem provokanten Titel legte der Vorsitzende der SU Harsewinkel, Wolfgang Schwake, dar, dass sich die Senioren heute körperlich und geistig auf allen Gebieten unseres gesellschaftlichen Lebens betätigen können und wollen. Die grobe Einteilung der älteren Menschen nach der Formel „Zwischen Glotze und Golfplatz“ treffe absolut nicht den Kern der Forderung, dass Alter neu zu denken sei. Das Bild vom Alter entspräche immer noch verkrusteten Vorstellungen aus längst vergangenen Zeiten. Die alten Menschen seien heute so fit und rüstig wie nie. Trotzdem werde immer noch und immer wieder ein Altersbegriff benutzt, der negativ besetzt sei. Mit Alter verbinde man Verlust an Produktivität, körperliche Defizite, geistige, ökonomische und soziale Standortnachteile, Krankheit, Überlastung der Rentenkosten u.s.w. Mit der Fehleinschätzung erscheinen die Alten in einer Abseitsstellung der heutigen Gesellschaft. Dort gehören sie aber nicht hin. Sie haben ihren Platz mitten im gesamten gesellschaftlichen Leben.

Wie abwegig und fahrlässig diese Denkweise sei, stützte Schwake auf eine plausible statistische Darstellung, indem es 2030 mehr 85-Jährig geben werde als Fünfjährige. Die Seniorengeneration sei heute und bleibe in Zukunft eine Macht. Das müssten sich Politik und Wirtschaft schon richtig klar machen, um für die älteren Menschen heute und in Zukunft die richtigen Entscheidungen zu treffen. Um dieses neue Verständnis zu bekommen, müssten dicke Bretter gebohrt werden. Dazu wolle die SU Harsewinkel mit Ihrer Arbeit ihren Beitrag leisten und werbe dabei um tatkräftige Unterstützung.

Auf die kommunale Ebene heruntergebrochen stellte Schwake fest, dass die Städte und Gemeinden geradezu eine Fürsorgepflicht für ihre alten Bürgerinnen und Bürger haben. Das sei eine pflichtige Selbstverwaltungsaufgabe.

Anhand von Beispielen machte Schwake deutlich, dass die jüngere und ältere Generation einen inneren „Generationen-Pakt“ schließen müssten, indem sie sich nicht als Konkurrenz sehen. In der Wirtschaft sei es sehr gut denkbar, dass erfahrene Senioren ihre Dienstleistung mit jungen Auszubildenden oder schwer vermittelbaren Kräften einsetzen, um eine einheitliche Leistung zu erbringen.

Höchst interessant seien neue Wohn- und Lebensformen für Senioren, denen ihr Zuhause im Laufe der Jahre „zu groß geworden“ ist, in multifunktionaler Nutzung. Sie wünschen sich ein Leben in einem städtischen Quartier mit Mitbewohnern, die dasselbe Interesse hätten. Zu wenig würden derartige soziale Einrichtungen geschaffen, in denen normales Service-Wohnen (mit möglichem altenbetreutem Wohnen bis Pflegestufe 2 und einer möglichen Betreuung für eine intensiv-stationäre Versorgung) mit Fachkräften „rund um die Tagesuhr“ angeboten würde. Das könne gelingen, indem sich junge und alte Menschen, Alleinstehende und mit Partner, Gesunde und Gebrechliche sowie Einsame in den Quartieren zusammenfänden, die übrigens in den Innenstädten lägen und nach außer offen seien. Von einer derartigen Wohnform profitierten viele: Die Betroffenen selbst, weil sie sich in gewohnter Umgebung wohlfühlen, deren Angehörige, weil sie in der Nähe ihrer Eltern wohnen sowie die Kostenträger, deren Kosten sich teilweise reduzieren. Im Übrigen sei das eine Wohnform, für die sich auch seriöse Betreiber sowie Investoren interessieren dürften, ergänzte Schwake.

Unter Verschiedenes regte die Runde an, man möge doch auch einige Tagesfahrten ins Programm aufnehmen. Ferner wünscht man sich auch ein politisches Forum. Dabei sollte lokalpolitisch berichtet und diskutiert werden – aber auch die überregionale Politik könne immer wieder einmal thematisiert sein. Als eines der ersten lokalen Anliegen wird die SU sich mit den z.T. gar nicht geeigneten Bürgersteigen befassen, die für Fahrer von Rollstühlen und auch Rollatoren ein ernsthaftes Problem bedeuten. Dabei müsste bedacht werden, dass die Anzahl dieser Fortbewegungsmittel zwangsläufig zunehmen wird.

Wenngleich die erste Veranstaltung eine sehr gute Beteiligung erlebte, so wünscht sich die SU auf jeden Fall noch wesentlich mehr Teilnehmer an den jeweiligen Veranstaltungen – nicht nur aus Harsewinkel – vor allem auch aus Marienfeld und Greffen.

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