Kein Zeitdruck bei der Optimierung des Sporthallenangebots im Ortsteil Harsewinkel

Albert Deittert
Albert Deittert
14.02.2012
Die CDU tritt nach wie vor dafür ein, dass unsere Schulen nicht nur mit dem unbedingt Notwendigen versehen werden, sondern dass sie personell und sachlich optimal ausgestattet werden. Wir möchten das für unseren Schulen auch weiterhin zur Verfügung stellen, was für ihren pädagogischen Auftrag optimal geeignet ist.  

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Geeignete Sportstätten gehören aus unserer Sicht genauso zu dieser optimalen Ausstattung wie die Ausstattung des naturwissenschaftlichen oder musischen Bereichs. Für den Schulsport wollen wir einen Pool von Sportstätten bereit halten, der so groß ist, dass alle Schulen in erreichbarer Nähe daraus versorgt werden können. Das war bisher Konsens zwischen den Parteien und täglich geübte Praxis zwischen den Schulen. 

Im laufenden Schuljahr ist der Raumbedarf für den Sportunterricht an den einzelnen Schulen und für die zusätzlichen Anforderungen des Ganztags abgedeckt, auch wenn wir bei der Aufteilung auf die einzelnen Schulen noch Verbesserungsmöglichkeiten sehen.

Im kommenden Schuljahr wird die Anzahl der Schüler im Ortsteil Harsewinkel nicht steigen. Es werden allerdings ca. zehn Klassen zusätzlich in den Ganztagsbetrieb hineinwachsen.

Dafür entsteht nach den Berechnungen von Herrn Austermann ein zusätzlicher Sportstättenbedarf für ganztagsspezifische Angebote von 2 Stunden pro Woche und Klasse. Das ergibt einen zusätzlichen Bedarf von ca. 20 Stunden.
Durch die Ergänzung der Ausrüstung der Mehrzweckhalle zu einer echten Doppelsporthalle, stehen weitere 40 Hallenstunden für den Schulsport zur Verfügung.
Die Hälfte davon würde also genügen, um den zusätzlichen Bedarf abzudecken. Für das übernächste Schuljahr hätten wir dann noch weitere 20 Stunden zur Verfügung, um den dann entstehenden Mehrbedarf abzufangen. Außerdem benötigt das Gymnasium ab dem übernächsten Schuljahr ca. 12 Hallenstunden weniger, weil die Schulzeitverkürzung dann bis oben durchschlägt.
Für uns ergibt sich also ganz klar: Unmittelbarer Handlungsbedarf besteht nicht.

Wir sehen auf der anderen Seite aber viele offene Fragen, die es verbieten, schon jetzt eine Vorentscheidung für eine weitere Doppelsporthalle zu treffen:

  • Trotz der z.Zt. erfreulichen Finanzsituation unserer Stadt kann heute niemand wissen, wie die finanzielle Lage in den Jahren 2014 und 2015 sein wird.
  • Die Schullandschaft in Harsewinkel ist z.Zt. im Umbruch. Niemand kann heute wissen, wie sich die Schülerzahlen entwickeln werden. Wir wissen nicht, ob tatsächliche alle Eltern die vom kommenden Schuljahr an in Harsewinkel für alle Kinder verpflichtende Ganztagslösung akzeptieren.
  • Wir wissen auch nicht, ob sich weiter eine so große Zahl von Eltern aus Clarholz für das Gymnasium Harsewinkel entscheidet.
  • Herr Austermann hat in seiner detaillierten Bedarfsanalyse diesen zusätzlichen Bedarf für den Ganztagsbetrieb mit 2 Wochenstunden pro Klasse angesetzt. Wir wissen aber nicht, ob dieser Ansatz auch für die höheren Klassen realistisch ist.
  • Die Gemeindeprüfungsanstalt hat uns in einem ersten groben Überblick dargelegt, dass wir uns im Schul- und Sportbereich flächenmäßig eine ziemlich reichliche Ausstattung leisten. Wir sollten diese Analyse gründlich diskutieren, bevor wir uns festlegen.
  • Die SPD hat beantragt, dass zeitnah zwei und perspektivisch vier Einfachhallen abgerissen oder einer anderen Nutzung zugeführt werden sollen. Die für den Abriss vorgesehene Halle am Gymnasium entspricht in den Abmessung exakt den Normvorgaben für eine Einfachhalle. Ihre Bausubstanz ist durchaus erhaltenswert und erhaltensfähig. Allerdings besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Wir möchten daher, dass diese Halle erhalten bleibt und saniert wird. Eine Vernichtung von erhaltenswerter Bausubstanz in diesem Ausmaß halten wir für Verschwendung von Steuergeldern.
  • Und nun noch eine kleine Nachfrage zur Mathematik: Ich bin zwar nur Lateinlehrer, habe aber schon mal aushilfsweise Mathematik unerrichtet. Daher glaube ich mich wenigstens in den Grundrechenarten auszukennen: Wenn wir insgesamt vier Einfachhallen abreißen und dafür zwei Doppelsporthallen bauen, dann haben wir doch immer noch die gleiche Anzahl an Sporthallenflächen. Wo ist da die Entlastung?
  • Wenn wir vier Einfachhallen aufgeben und dafür zwei Doppelhallen bauen, wo ist da der Gewinn an Sportflächen für die Schulen?

Unser Fazit:

Bezüglich der Sporthallen für den Schulbedarf im Ortsteil Harsewinkel besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Wir halten es deshalb für falsch, schon jetzt eine Lösung zu favorisieren und damit bei den Betroffenen Erwartungen zu wecken, die wir später vielleicht nicht einlösen können, weil uns die Mittel fehlen, oder die wir vielleicht nicht einlösen wollen, weil uns bessere Lösungen eingefallen sind.
Deshalb bitte ich um Zustimmung zu unserem Antrag.

Albert Deittert
Vorsitzender SKS-Ausschuss
CDU Ratsmitglied 

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