Bericht aus dem Schul-, Kultur- und Sportausschuss

Dr. Angelika Wensing
Dr. Angelika Wensing
20.03.2012
Im Schul-, Kultur- und Sportausschuss ging es am Dienstag hoch her.
Dramaturgisch gekonnt aber sachlich leider nicht hilfreich wurde vom
SPD-Fraktionssprecher ein Bild von hungernden Kindern in den Schulen unserer Stadt und gleichzeitigem Bau von Luxushallen gezeichnet.
Beides natürlich allein zu verantworten von der CDU.
Wer hätte das gedacht?

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Zur Sache:
Im November letzten Jahres wurde vom Rektor der August-Claas-Schule darauf hingewiesen, dass die Antragsbearbeitung für Mittagessenszuschüsse für Kinder von Sozialleistungsbeziehern in Gütersloh sehr lange dauere.
Das führte dazu, dass Eltern für ihre Kinder kein Mittagessen bezahlen konnten und diese Kinder dann nichts Warmes zum Mittag bekamen.
Das war ein absolut inakzeptabler Zustand. Parteiübergreifend herrschte Einigkeit, dass das geändert werden müsse und die Stadt notfalls das Geld vorstrecken sollte.

Die zuständige Stelle beim Kreis hat es inzwischen geschafft, die Bearbeitungszeiten auf 7-14 Tage zu verkürzen. Das ist in unseren Augen eine sehr kurze Bearbeitungszeit, wenn man bedenkt, wie lange die Mühlen der Bürokratie sonst mahlen.

Von den Rektoren der Schulen wurde bestätigt, dass eine deutliche Verbesserung der Situation eingetreten sei.
Doch weil man die SPD - Dramaturgie aufbauen wollte, wurde vehement ein 1000 € Notfond gefordert.

Die anwesenden Rektoren wollten diesen nicht haben, die Verwaltung wollte ihn nicht verwalten und die CDU meinte, man sollte die gefundenen Lösungen doch erstmal wirken lassen. Wenn die Schulleiter erneut Handlungsbedarf sähen, könne man jederzeit kurzfristig eingreifen.

Dramaturgisch ergreifend wurde dann das hungernde Kind mitten unter uns beschrieben, dass wegen der CDU nichts zu essen bekäme.
Sehr geehrte SPD: Das ist nicht nur sachlich falsch sondern auch einfach nur total daneben.

Nächster dramaturgischer Höhepunkt war die Umsetzung einer Mietlösung für den Mensabetrieb.
Fakt ist, dass im nächsten Jahr wieder 270 Kinder mehr in den Ganztagsunterricht kommen und damit eine Möglichkeit bekommen müssen, warmes und gesundes Mittagessen zu genießen.
Das gibt der Platz in der Mensa im Moddenbachtal nicht her.
Statt für 1,1 Mio an die Mensa anzubauen schlugen wir Anfang des Jahres vor, leerstehende Räume in Schulnähe zu mieten.
Vorteile:

  • nicht noch mehr Beton im Moddenbachtal
  • Flexibilität (sinkende Schülerzahlen und Auslaufen von Haupt- und Realschule und damit frei werdende Räume im Bestand, die evtl. nutzbar werden)
  • 5 Jahre Zeit, die tatsächliche Mensanutzung durch ältere Jahrgänge zu beobachten und dann echte Zahlen statt Schätzungen für den tatsächlichen Bedarf zu haben
Klingt doch alles recht vernünftig und mehrheitsfähig. Ist es ja auch und am Ende stimmte die SPD ja auch zu. Aber erst musste natürlich die Sporthalle in Marienfeld dramaturgisch ins Feld geführt werden. Denn angeblich hätten wir die Mietlösung nicht aus den obigen Gründen sondern nur zur Finanzierung der Halle vorgeschlagen.
Sehr geehrte SPD: Auch dies ist nicht nur sachlich falsch sondern auch wieder einfach nur total daneben.


Der dramaturgische Höhepunkt der Selbstinszenierung wurde jedoch erwartungsgemäß beim Thema Raumprogramm für die Vereinssporthalle in Marienfeld erreicht.

Statt sachlich über das Thema zu reden wurde die demokratisch getroffene Entscheidung des Rates erneut in Frage gestellt.
Wie oft eigentlich noch?
Man muss doch irgendwann akzeptieren, dass die Entscheidung gefallen ist. Und die fiel bereits 2009.

Natürlich passt es auch der CDU kein bisschen, dass die Halle plötzlich 500.000€ mehr kosten soll. Klar war, dass man da kürzen musste.
Die große Küche, die ja auch mit für den Heimatverein geplant war, die kann man auf eine schlichte Küchenzeile reduzieren. Und auch ein Geschäftszimmer wird nicht gebraucht. Das sind schon mal knapp 70qm weniger.
Diese Abstriche sind auch für die Sportvereine absolut akzeptabel.
Durch Einholung von Vergleichsangeboten lässt sich auch noch erheblich Geld sparen.

All das kann man sachlich und vernünftig auf den Weg bringen.
Man kann aber auch wie die SPD polemisch rumposaunen, dass die CDU bei hungernden Kindern rumgeizt, um dann eine Luxushalle in Marienfeld zu bauen.
Nur wem nützt das?

Ich kann mich auch zwei Tage nach der Sitzung nicht entscheiden, ob ich mich in einem Drama oder einer Komödie befand.
Denn letztendlich hat die SPD JEDE getroffene Entscheidung mitgetragen.

Fazit:
Viel Wind um nichts. Und das drei Stunden lang.

Dr. Angelika Wensing
CDU-Sprecherin im Ausschuss

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