06.08.2005

Soziales Engagement ein große Anliegen
Serie
„Was macht eigentlich . . ?“: Heinrich Hemker

VON MARIA DAUT


Harsewinkel. Was macht eigentlich . .? Diese Frage hört man immer wieder, wenn die Sprache auf Menschen kommt, die früher in den verschiedenen Funktionen – in Politik und in der Verwaltung, im schulischen oder kulturellen Bereich, im Sport und in der Geschäftswelt – das öffentliche Leben in Harsewinkel mitgeprägt haben, dann aber, manchmal über Nacht, aus den Schlagzeilen verschwunden sind. Im Rahmen ihrer Serie „Was macht . .?“ stellt die NW den (Un)ruhestand einst bekannter Persönlichkeiten vor. Heute: Altbürgermeister Heinrich Hemker.

Er sagt, Langeweile käme eher selten auf. Und wenn doch mal, dann gehe er Doppelkopf oder Skat spielen. Heinrich Hemker war von 1989 bis 1994 Bürgermeister in Harsewinkel, angetreten für die CDU. In seine Amtszeit fiel die Gründung des Gymnasiums. Aber er hat der Politik mitsamt dem Bürgermeisteramt 1994 den Rücken gekehrt und befindet sich seit dem auf der Schiene, die ihm am meisten liegt, wie er sagt. Das soziale Engagement ist ihm eine Herzensangelegenheit.

An der Politik hat ihn immer geärgert, dass es kein Miteinander gibt, sondern meistens nur ein Gegeneinander, weil jeder sich die Erfolge gerne auf die eigene Fahne schreiben möchte. Heute setzt Heinrich Hemker sich für caritative Belange ein. Er ist Sprecher der Caritasgruppe in Harsewinkel und noch im Aufsichtsrat der Caritas Dekanat Warendorf für die Seniorenheime. Durch Neuorganisation schließen sich die Dekanate zur Kreiscaritas zusammen.

Bei den anstehenden Neuwahlen für den Aufsichtsrat will Heinrich Hemker dann nicht mehr zur Verfügung stehen, sondern seine Zeit der örtlichen Caritas widmen, die sich unter anderem seit fünf Jahren um die Verteilung der Gütersloher Tafel kümmert. Da ist er jeden Freitag im St.-Paulus-Pfarrheim im Einsatz. Außerdem erstellt er die Dienstpläne für den ehrenamtlichen Cafédienst im Haus St. Hildegard und nimmt selber dort Sondereinsätze wahr wie zum Beispiel an den Weihnachtstagen. Aber nicht nur Caritas bestimmt sein Leben. Als Vorsitzender des Claas-Rentner-Clubs hat er im Jahr einige Aktivitäten zu organisieren: zwei große Treffen, jeweils im Frühjahr und im Herbst in der Mehrzweckhalle Harsewinkel, einen Tagesausflug und eine mehrtägige Reise. Die nächste wird nach Krasnodar in Russland führen. Die Teilnahme an Beerdigungen und Geburtstagsbesuche gehören ebenso zu den Vorstandsaufgaben.

Als Gerätespezialist für Geräteträger wurde der Diplom Ingenieur für Landtechnik 1957 von der Firma Claas angeworben. Später wechselte er in die Mähdrescherentwicklung und arbeitete insgesamt 31 Jahre für dieses Wirtschaftsunternehmen. Mit dem Eintritt in den Ruhestand waren natürlich Zeit- und Energiekapazitäten frei, die der heute 76-jährige dem Gemeinwohl in Harsewinkel zur Verfügung gestellt hat, auf seine eher leise Art und trotzdem immer mitten drin. Er und seine Ehefrau Maria haben fünf Kinder groß gezogen und vermissen, dass sie ihre insgesamt sieben Enkelkinder so selten sehen, weil alle weit entfernt wohnen. Ihr Haus hat von Kindern gelebt und jetzt ist es ihnen ein wenig zu still. Als Großeltern kümmern sie sich um „Leihenkel“, die ganz in der Nähe wohnen und dies von Herzen genießen. Wie Heinrich Hemker schon sagte, Langeweile kennt er nicht.

© 2005 Neue WestfälischeGütersloher Zeitung, Samstag 06. August 2005

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