Ludger Kaup
Ludger Kaup
05.11.2004

"Es ist kaum zu glauben, welche Blüten unser Rechtswesen treibt", sagt Ludger Kaup, Chef der CDU-Kreistagsfraktion in Gütersloh. Am Dienstag, 1. November, hatten die Medien berichtet, dass ein Autoknacker, dem die Gütersloher Polizei weit über 100 Straftaten zur Last legt, aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, weil er an "Haftangst" leidet.

"Ich war bisher der Auffassung, dass es ein wesentliches Element unseres Rechtssystems ist, dass sich Kriminelle vor der Haft fürchten", sagt Kaup. "Bedeutet diese Entscheidung, dass zukünftig auch verurteilte Kriminelle auf freiem Fuß bleiben, wenn ihnen ein Arzt oder Psychologe Angst vor der Haft attestiert? Für mich ist der Begriff Haftangst als Argument für Haftverschonung ein Widerspruch in sich."

Zwar handelt es sich in diesem Fall um Untersuchungshaft, aber die scheint allemal angebracht zu sein. Denn U-Haft kommt dann in Frage, wenn Wiederholungsgefahr besteht. Und im Fall des Autoknackers hat die Polizei ausdrücklich betont, dass sie nicht ausschließen kann, dass der Beschuldigte weiterhin Autos ausraubt. "Wenn ich sehe, dass die Menschen im Kreis Gütersloh unter 100 Autoaufbrüchen im Monat leiden, dann glaube ich nicht, dass die Bevölkerung viel Verständnis für diese rechtliche Entscheidung und den weichgespülten Grund für Haftverschonung hat", resümiert Kaup.

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