Größte Christenverfolgung aller Zeiten

Veranstaltung der Serie „Grundwerte der Gesellschaft – Menschenrechte – Grundgesetz“

19.02.2013
Im Rahmen der 3. Veranstaltung der Serie „Grundwerte der Gesellschaft – Menschenrechte – Grundgesetz“ befasste sich die Senioren Union  mit der weltweiten Christenverfolgung. 65 Interessenten, alle(!) christlichen Glaubensrichtungen waren vertreten,  erfuhren vom Referenten des überkonfessionellen Hilfswerks OPEN DOORS, wie der erst im  Januar neu erschienene „Weltverfolgungsindex 2013“ gebildet wird.


Auf den ersten Plätzen des Index befinden sich bis auf das stalinistische Nordkorea nur islamische Staaten, denn dort werden die Christen am schlimmsten , gedemütigt, verfolgt, getötet oder einfach weggesperrt in Gefängnisse oder Arbeitslager. Wegen des Zeitlimits ging der Referent besonders ein auf die misslichen Situationen der Christen  in den Ländern Ägypten, Syrien, Nigeria, Pakistan und Indonesien. Letzteres ist das Land mit der größten Anzahl Muslime auf der Welt und Christen erfahren brutalste Demütigungen und Verletzungen. Während eines Gottesdienstes fuhr ein Selbstmordattentäter in das Gebäude hinein. Zahlreiche Christen starben dabei und wurde schwer verletzt.

In Ägypten hat man nunmehr eine fundamental-islamische Regierung, unter der die christlichen Kopten mehr als zuvor unter dem Mubarak-Regiem zu leiden haben.

Über Syrien erfahren wird täglich aus den Medien. Was evtl. nach Assad folgt wird für die Christen bestimmt negative Folgen haben. Die radikal-islamische Gruppe Boko Haram, finanziert von Saudi Arabien und Katar, hat bereits die nördliche Hälfte Nigerias unter das Joch des Islam gebracht und die islamische Rechtsordnung Scharia eingeführt. Über Pakistan erfahren wir auch aus den Medien die Auswirkungen des Blasphemie - Gesetzes. Dieses wird sehr oft „willkürlich“ nur gegen Christen angewendet. Zwei Minister, die in den vergangenen zwei Jahren den Missbrauch des Gesetzes kritisierten und verändern wollten, wurden daraufhin von den Radikalmuslimen getötet.

In dem Eingangsstatement führte E. Möllenbrock von der Senioren Union u. a. aus, es sei beschämend, wie wenig das Geschehen unsere Öffentlichkeit beunruhigt. In einer Zeitungsmeldung aus den letzten Wochen schreibt ein engagierterer Pfarrer ebenfalls über diese Erfahrung, dass nämlich das Ausblenden der weltweiten Christenverfolgung nicht nur bei den einfachen Gläubigen, sondern auch bei Geistlichen auf erschreckende Weise verbreitet ist. Immer wieder höre er, man müsse  „differenzieren“ und  dürfe „nicht verallgemeinern“. Auf diese Weise blende man auch die Wirklichkeit aus, so der Geistliche.  Möllenbrock führte aus, das wir unsere christlichen Werte und Traditionen nicht mehr ausreichend achten und dafür wieder verstärkt eintreten müssen.  Ohne Zweifel gehöre – ob wir nun gläubig sind oder nicht – das Christentum zu unserem Erbe. Wir sind von ihm, seinem Menschenbild, geprägt. Wir sollten ein starkes Gefühl für dieses Erbe haben und es selbst dann verteidigen wollen, wenn ein Teil der Gesellschaft es nicht mehr für zeitgemäß hält.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurden noch zahlreiche Fragen behandelt, die der Referent teilweise auch mit eigenen Erfahrungen ergänzen konnte. Er war einige Jahre als Entwicklungshelfer  in Usbekistan, einem Land, in dem die Christen ebenfalls starken Repressalien ausgesetzt sind. Eine Reise führte ihn nach Nigeria, um sich ein Bild von der realen Lage zu machen. „Grausam“ – was Boko Haram dort anrichtet. Er dokumentierte dies mit einem kurzen Filmbeitrag.

Egon Möllenbrock

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