Organspende: Geringe Resonanz für sensibles Thema

Senioren Union der CDU-Harsewinkel

Heinz Sautmann überreicht als Dankeschön einige Harsewinkeler Pferdeäpfel an die Referentin Dorothee Lamann.
Heinz Sautmann überreicht als Dankeschön einige Harsewinkeler Pferdeäpfel an die Referentin Dorothee Lamann.
08.04.2013
Projektleiter Heinz Sautmann begrüßte vor seiner kurzen Einführung in den Themenabend neben der Organspendebeauftragten der Uniklinik Münster,  Dorothee Lamann, lediglich 23 Interessenten. Organspende und Hirntod sind offensichtlich problematische Themen, mit denen sich der Mensch nur ungern auseinander setzt. Umso wichtiger sei die objektive Information der Bürger, damit diese sich auf jeden Fall entscheiden: Pro oder Contra einer Organspende.

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Frau Lamann informierte die Anwesenden in 75 Minuten sehr ausführlich und kompetent über alle Details, die für die Organspende bedeutend sind, sowohl für den Organspender  als auch für den auf ein Organ wartenden Menschen. Alle zwischenzeitig gestellten Fragen beantwortete die Referentin sehr professionell – auch als eine kurze Diskussion zum Hirntod einsetzte. Neben Lebendspenden kommen nur Hirntote für eine Organspende in Frage. Nur ca. 4% von uns erleiden einen Hirntod und die Wahrscheinlichkeit ein Spender zu werden ist äußerst gering.

Organspenden werden dringest benötigt! 12.000 Menschen stehen auf der Warteliste (z.B. ca. 8.000 für Nieren – ca. 2.000 für eine Leber)  und nur ca. 4.000 können jährlich mit einem Spendeorgan rechnen. Die Wartezeit kann bis zu 8 Jahren betragen. In Deutschland kommen 13 Spender auf 1000 Bürger – in Skandinavien sind das immerhin 36.
Lebendspenden kommen erst in Betracht, wenn keine andere Möglichkeit der Hilfe mehr besteht. Im Vordergrund steht, dass Menschen durch eine Organ- und Gewebetransplantation auf jeden Fall ihre Lebensqualität zurück erhalten.

Der Spendeskandal war selbstverständlich auch Gegenstand für Fragen. Frau Lamann erklärte den eindeutigen Verlauf und die zwingenden Voraussetzungen zum Erhalt eines Organs. Dabei steht „der lebensgefährdende Zustand des Patienten“  an oberster Stelle für die Vergabe. Privatpatienten oder auch Vermögende werden keinesfalls  bevorzugt – alle Menschen werden ausschließlich nach den vorgeschriebenen Kriterien behandelt.

Frau Lamann hob abschließend nochmals  die Bedeutung der Entscheidung „für oder gegen eine Organspende“ hervor. Diese sollte auf jeden Fall schriftlich (per Ausweis) erfolgen und in der Familie oder anderweitig bekannt sein. Ansonsten müssten evtl.  Angehörige in einem ohnehin schon tragischen Fall die nicht leichte Entscheidung übernehmen und sind dabei dann unsicher, ob sie dem Willen des Verstorbenen wirklich entsprechen. In vielen Apotheken, Arztpraxen und Bürgerbüros sind Organspendeausweise erhältlich. Das Ausfüllen ist einfach und unbürokratisch. Es wird keine ärztliche Voruntersuchung notwendig! Wegen der geringen Anzahl kommen Menschen jeden Alters als Organspender in Betracht.

Eine sehr informative Broschüre „Organpaten - WIE EIN ZWEITES LEBEN“ erhalten Sie kostenlos beim Bundeszentrale f. gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln oder sie informieren sich im Internet unter  www.organspende-info.de  bzw. www.organpaten.de

Karl-Heinz Meister nutzte die Gelegenheit, kurz über den Fall seines Sohnes zu berichten – die Presse informierte darüber vor ein paar Wochen. Per Lebendspende erhielt sein Sohn von dessen Freund eine Niere. Spender und Empfänger geht es gut. K.-H. Meister engagiert sich seitdem und wirbt im Großraum Gütersloh für die Organspende. Er sammelt Spenden und finanziert damit mit dem Gütersloher Krankenhaus abgestimmte  Werbemaßnahmen und Informationsveranstaltungen.

Egon Möllenbrock

CDU - Senioren Union
            Stadtverband Harsewinkel


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