Verschwendungssucht beim Hallenbau

CDU sieht 1,6 Millionen Euro

12.02.2014 .
Die Positionen zum Standort der Doppelsporthalle in Harsewinkel wurden in den letzten Sitzungen der jeweiligen Fachausschüsse ausgiebig diskutiert.
Die CDU möchte heute nochmal Berechnungen vorlegen, die dazu dienen sollen, die ideologischen Grabenkämpfe bei diesem Thema auf eine rein sachliche nämlich finanzielle Ebene zurückzuführen.




Ein Bau der Halle auf dem Gelände der ehemaligen JVA direkt am Moddenbachtalstadion könnte in Standardbauweise für ca. 1,85 Millionen Euro realisiert werden (Quelle: Homepage des Archtekturbüro Mrotzkowski). Am Gymnasium schlagen die Baukosten mit mindestens 2,7 Millionen Euro zu Buche.

DIFFERENZ:                  850.000 Euro


Beim Bau der Halle auf dem JVA Gelände wird eine Mitnutzung der Umkleiden der Halle durch Fußballer und Leichtathleten möglich. Mit einer Investition von ca. 250.000 Euro für 2 zusätzliche Umkleiden an der neuen Halle wäre der geplante Neubau von 6 Umkleiden für fast 700.000 Euro überflüssig.

DIFFERENZ:                 450.000 Euro


Ein Bau der Halle am Moddenbachtalstadion ist also 1,3 Millionen Euro günstiger als am Gymnasium.

Allein in den letzten 5 Jahren wurden in die Halle am Gymnasium 300.000 Euro investiert. Neben Sanierungsarbeiten am Dach wurde vor allem die Glasfront energetisch komplett saniert. Diese neuen Fensterfront kann nicht weiterverwendet werden, sondert landet komplett im Müll.

Verschwendung:          300.000 Euro


Die Halle am Gymnasium ist laut eindeutiger Aussage des Fachbereichsleiters Pawel NICHT marode bzw. abgängig. Sanierungskosten von 185.000 Euro für den Brandschutz wären dort noch zu investieren, dann hätten wir in der Halle einen absolut zeitgemäßen Standard erreicht.

Die CDU wird bis zur letzten Minute versuchen, die Verschwendung von 1,6 Millionen Euro sowie den Abriss einer voll funktionsfähigen und größtenteils sanierten Halle zu verhindern.

Zusätzlich zu den finanziellen Argumenten haben wir noch Bedenken gegen einen Bau auf dem Schulgelände, die in der Diskussion bisher nicht wirklich berücksichtig wurden.

Für mindestens ein Jahr steht eine komplette Halle weniger für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung. Von der TSG liegt bereits ein Schreiben vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die komplette Turnabteilung dort trainiert und dringend eine Ausweichmöglichkeit benötigt. Von den Schulen gibt es bisher keine belegbare Aussage, wie man zu diesem selbstgeschaffenen Mangel von immerhin 40 Schulstunden Sport pro Woche steht.

Der Abriss des Kunstraumes und des Aufenthaltsraumes am Gymnasium, der mit dem Abriss der Halle dort verbunden wäre, führt zu einem wirklichen Engpass am Gymnasium für weitaus länger als ein Jahr. Sätze des SPD Fraktionssprechers wie „Manchmal muss es erst schlimmer werden, damit es besser werden kann.“ oder „Von mir aus brauchen wir keinen Aufenthaltsraum.“ klingen nicht so, als würden hier wirklich die Interessen der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums bis ins Letzte bedacht. Hier wird ganz bewusst eine Beeinträchtigung des Schulbetriebs in Kauf genommen.

Die zu bauende Halle soll hauptsächlich den erhöhten Bedarf des Schulsports decken. Dennoch wird sie auch vom Vereinssport benötigt. Darum ist es aus unserer Sicht verantwortungslos, die Parkplatzfrage völlig zu ignorieren. In der Halle wird eine Tribüne für etwa 200 Zuschauer eingebaut. Im Umkreis der Schule gibt es jedoch weder für Sportler noch für Zuschauer ausreichend Parkplätze. Wenn der SPD Fraktionssprecher im Fachausschuss sagt, „Wir bauen hier eine reine Schulsporthalle.“, dann heißt das im Klartext, dass die Halle am Abend und an den Wochenenden zugeschlossen bleibt und das ist grober Unfug.

Wir hoffen weiter, dass unsere guten Argumente nicht einfach im Bewusstsein einer satten Mehrheit ignoriert und mit der angeblichen Unzumutbarkeit eines zehnminütigen Fußwegs für Oberstufenschüler abgeschmettert werden.
Es bleiben noch 10 Tage bis zur Entscheidung des Rates über den Haushalt. Vielleicht holt die Verwaltung in dieser Zeit mal Stellungnahmen des Gymnasium und der Sportvereine zu den o.g. Problemen ein. Und vielleicht fragen sich die von der Bevölkerung gewählten Ratsleute der anderen Fraktionen bis zum 20.2. doch nochmal, ob sie die Verschwendung von 1,6 Millionen Euro wirklich verantworten wollen.

Dr. Angelika Wensing
CDU Harsewinkel

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