Sporthalle steht nach einem steinigem Weg

Offizielle Einweihung

16.06.2014 .
Marienfeld
(gad). Einige haben zwischenzeitlich nicht mehr an den Bau der lange geforderten Marienfelder Sporthalle geglaubt. Um so erfreuten waren die Zweifler, als die Doppelsporthalle am Ruggebusch am Sonntag offiziell eingeweiht wurde.



Da war das ewige Hin und Her der Vergangenheit schnell vergessen. Zahlreiche Interessierte – darunter auch Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) – warfen am Sonntag einen Blick in das schmucke Gebäude. Vorstandsmitglieder von Schwarz-Weiß Marienfeld und der TSG Harsewinkel präsentierten den Ehrengästen am Vormittag und am Nachmittag der Bürgerschaft das 2,5 Millionen Euro teure Bauwerk. Ein Jahr hat das Marienfelder Bauunternehmen Fechtelkord und Eggersmann bis zur fristgerechten Fertigstellung gebraucht.

1994 wurde der erste Antrag zum Bau einer Bürger- und Sporthalle von Werner Flethemeier (Schwarz-Weiß) und Heinrich Brickenkamp (Heimatverein) gestellt. 1999 folgte der zweite Antrag der beiden Vereine und im Oktober 2007 schließlich ein dritter Antrag zum Bau einer Doppelsporthalle.

„Frei nach Xavier Naidoos Lied ,Dieser Weg wird kein leichter sein‘ haben wir einen steinig-schweren Weg beschritten“, sagte der Vorsitzende von Schwarz-Weiß Marienfeld, Karl–Heinz Westbeld. Nach langen Diskussionen hätten sich der FC Greffen, die TSG Harsewinkel und Schwarz-Weiß Marienfeld während einer Klausurtagung im Jahr 2008 unter Leitung des Stadtportring-Vorsitzenden Dietrich Möller auf den Standort Marienfeld geeinigt. „2008/2009 kam uns die Weltwirtschaftskrise dazwischen. Und manch ein Politiker erklärte die Doppelsporthalle schon für mausetot. Doch wir haben die Hoffnung nie aufgegeben“, so Westbeld, der seinen Dank an die „Geburtshelfer“ von CDU und UWG richtete, die in der Ratssitzung am 14. Februar 2012 mehrheitlich für den Bau der Doppelsporthalle gestimmt hätten: „Sie haben erkannt, wie wichtig diese Halle für die Entwicklung der Vereine ist.“ Anerkennung zollte Westbeld auch den Weggefährten Bernd Rinne, Leo Sieweke und Norbert Uphus, die trotz herber Rückschläge immer an die Realisierung dieser Sporthalle geglaubt hätten.

Lobend erwähnte der Vorsitzende auch Christoph Dammann und Silvia Lobert, die Geschäftsführer der Harsewinkeler Sportstätten-Gesellschaft. Zum Streit mit dem Gütersloher Finanzamt, das die Vorsteuerabzugsberechtigung für die Harsewinkeler Sportstätten vorerst nicht anerkennt, erklärte Christoph Dammann: „Wir haben Klage eingereicht, um eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen.“

Zitate:

„Die Doppelsporthalle ist ein kommunalpolitisches Highlight. Sie ist schick, modern, zweckmäßig und eine Million Euro günstiger als ursprünglich geplant.“

Heinz Bünnigmann , CDU-Fraktionssprecher.

„Nun ist es wichtig, dass die Halle durch Schüler am Vormittag und Vereine ab dem Nachmittag belebt wird.“

Hans Feuß , SPD-Landtagsabgeordneter.

„Das ist ein großer Tag für die beiden Sportvereine, aber auch den Ort Marienfeld.“

Norbert Uphus von Schwarz-Weiß Marienfeld.

„Die neue Doppelsporthalle ist ein kleines Wunder. Denn die Zusammenarbeit der großen Sportvereine aus Harsewinkel, Marienfeld und Greffen mit Politik und Stadtverwaltung ist bisher einmalig. Trotz der gegensätzlichen Positionen ist über die Jahre ein gemeinsames Ziel erreicht worden.“

Dietrich Möller , Vorsitzender des Stadtsportrings Harsewinkel.

© 2014 Die Glocke - Gütersloh, Montag 16. Juni 2014 
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"Ein Traum wird wahr"


Neue Zweifach-Sporthalle kostet eventuell weniger als 2,5 Millionen Euro

Von Robert Becker

Marienfeld. Mit kirchlichem Segen und einem Tag der offenen Tür wurde gestern die Zweifachsporthalle am Marienfelder Ruggebusch eingeweiht. "Gut Sport" wünschte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, die allen Beteiligten für den reibungslosen Ablauf während der einjährigen Bauzeit dankte.

Drei Dinge kennzeichnen die 54 x 35 x 7 Meter große Halle. Sie ist die erste Sportstätte, die in Regie der städtischen Harsewinkeler Sportstätten-GmbH entstand. Sie sie die erste Maßnahme in der Mähdrescherstadt, die von den Großvereinen Schwarz-Weiß und TSG gemeinsam gewünscht und beantragt wurde. Und sie ist das erste Sportprojekt, dessen Bau erst beschlossen wurde (2007), in der Finanzkrise zurückgenommen (2009), um dann schließlich doch realisiert zu werden. Mit einer guten Nachricht schloss die Bürgermeisterin: Der Kostenrahmen von 2,5 Millionen Euro könne eventuell unterschritten werden.

Über den seitens der Stadt erhofften Steuervorteil wird übrigens in Kürze entschieden. Christoph Dammann, mit Silvia Lobert Geschäftsführer der städtischen Sportstätten-GmbH, erklärte auf Anfrage der NW, dass der per Klage eingereichte Einspruch beim Finanzgericht Münster nun entschieden werde, nachdem das Finanzamt Gütersloh in Absprache mit dem Oberfinanzministerium seine Stellungnahme letzte Woche eingereicht hat.

Wie berichtet, sprechen die Finanzbehörden von "Gestaltungsmissbrauch", weil sie unterstellen, die Sportstätten-GmbH sei nur deshalb gegründet worden, um Mehrwertsteuer einzusparen. "In Bayern funktionieren diese Modelle", kann Dammann den Einwurf nicht nachvollziehen.

"Ein Traum wird wahr", frohlockte Schwarz-Weiß-Vorsitzender Karl-Heinz Westbeld, als er seine Rede mit "An Tagen wie diesen" anstimmte, um in seiner Erinnerung an die Entstehung der Halle schnell auf Xavier Naidoo umzuschwenken. "Dieser Weg wird kein leichter sein", beschreibe den Gang bis zur Entscheidung am ehesten, sagte Westbeld. 1994 hatte der Ex-Vorsitzende und ehemalige Ratsherr Werner Fletemeyer erstmals den Wunsch nach der Halle kundgetan, 1999 folgte ein weiterer Antrag durch Bernd Rinne. "Seit meinem Amtsantritt 2004 war es mein Wunsch, diese Halle zu bauen", sah Westbeld nun mit Genugtuung auf das Erreichte.

Stadtsportring-Vorsitzender Dietrich Möller hob hervor, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Gemeinsamkeit gelegen habe. Als die Politik 2009 den Ball an die Vereine zurückspielte, damit die sich einig über den Standort würden, "da weiß ich nicht, ob der ein oder andere gedacht hat, das klappt nie", so Möller. In einer heißen Sitzung gelang den Vereinen dann aber der Durchbruch. "Diese Zusammenarbeit ist bislang einmalig", lobte Möller.

Bevor Pater Gottfried und Pfarrer Jörg Eulenstein die Sportstätte einweihten, leiteten die Geistlichen die Verbindung von Kirche und Sport her. "Aske", dieser Begriff aus der Kirche stamme aus dem Sport, so der Pater, er leite sich aus dem Englischen ab und bedeute "trainieren". "In der Bibel steht, ihr sollt im Stadion laufen. Lauft so, dass ihr gewinnt. Lauft nie ziellos oder schlagt beim Boxen ins Leere", ergänzte Eulenstein.

Vor der Halle mit 180 Tribünenplätze fehlen noch Fahrradständer, drinnen einige Geräte. Gleichwohl geht die Sporthalle an heute in Betrieb gehen, so die Bürgermeisterin. Die letzten Handwerker waren erst Samstagabend fertig geworden. Für die Nutzung der Halle werden jetzt noch Belegungsstunden vergeben. Amsbeck-Dopheide ermuntert die Sportgruppen zu Bewerbungen.
 
© 2014 Neue Westfälische - Gütersloh, Montag 16. Juni 2014 

 

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