Senioren Union bei der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ in Augustdorf

Mathilde Bartsch mit 86 im Panzer - Fahrsimulator

24.10.2014 .
Auf dem Weg zur Kaserne stimmte Organisator Egon Möllenbrock die 36 Teilnehmer auf den Besuch ein und schilderte die durch die Politik verursachten negativen Entwicklungen und Mängel bei der Bundeswehr insgesamt. Er wies u. a. darauf hin, dass die Materialmängel das Ergebnis einer systematischen Demilitarisierung sind. Diese habe nach dem Mauerfall – ab 1990 – eingesetzt.


Das Gruppenfoto wurde aufgenommen vor einem Leopard-Panzer, der vor dem Stabsgebäude aufgestellt ist. 


Die Politik wähnte sich offensichtlich nur noch von „Freunden“ umgeben und schrumpfte dann das Militär personell, materiell und monetär. Die Folgen erkennen wir nicht erst seit heute. Was bei den Soldaten letztendlich auch für Wut sorge, sei die geheuchelte Überraschung derer, die in Bundesregierung und Bundestag die Verantwortung für die heruntergewirtschaftete Armee trügen.

Der Gipfel, die Presse berichtete vor ca. 2 Wochen, seien die Äußerungen eines Mitglieds im Verteidigungsausschuss. Dieser behaupte, er sei bei der parlamentarischen Unterrichtung über die Verteidigungsmängel „fast vom Stuhl gefallen“. Man müsse sich daher fragen, was dieser Wehrexperte eigentlich beruflich mache.

Presseoffizier Oberleutnant Waltemathe begrüßte die 36 Teilnehmer am Eingang der Generalfeldmarschall Rommel Kaserne. Der gut gelaunte „stattliche“ Offizier nahm kein Blatt vor den Mund und setzte – als wäre es abgesprochen – dort an, wo Möllenbrock aufhörte.

Seine deutliche Ansprache, gepaart mit humorvollen Einlagen, kam bei allen SU-lern sehr gut an. Alle zwischenzeitlich aufkommenden Fragen wurde präzise beantwortet. Bei der Kasernen-Rundfahrt schilderte er die baulichen Änderungen/Entwicklungen des Standortes. Letzterer voll bis Ende 2015 von ca. 4.000 auf nur noch 2.700 Soldaten verkleinert werden…. und das bei weiter wachsenden Anforderungen.

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht sei ein ernsthaftes Problem in der nicht ausreichenden Rekrutierung von Soldaten entstanden und man hoffe, dass die Politik diesbezüglich möglichst bald umdenke. Er führte noch weitere Punkte an, welche die Anwerbung neuer Soldaten einfach erschwere und den Beruf nicht unbedingt attraktiver mache – Beispiele: Verlegungen/Standortwechsel/Einsätze.
Oberleutnant Waltemathe war wie annähernd 1.700 seiner Augustdorfer Kolleginnen/ Kollegen auch im Afghanistan-Einsatz. Bezüglich der Einsatzbereitschaft des Materials hätte man mit min. 70 % immer einen Topwert erzielt.

Waltemathe erläuterte auch die Situation um das Übungsgelände Senne. Dieses stehe unter britischer Verwaltung. Man selber müsse die Übungen beantragen und sogar Nutzgebühren an die Briten entrichten. Er sei nach dem Besuch unserer Verteidigungsministerin Von der Leyen Mitte des Jahres zuversichtlich, dass das Übungsgelände auch nach dem Abzug der Briten durch die Bundeswehr weitergenutzt werden könne.

Nach der Rundfahrt informierte ein Major des Stabes die Besucher in einem 45-min. Referat über den aktuellen Stand und die zukünftige Ausrichtung des Standortes sowie die bereits von der Politik verabschiedete neue Strategie und  Anforderungen an den NATO-Ostgrenzen (schnelle Einsatztruppe).  Dazu soll der Standort ca. 1.000 Soldaten einbringen.  Auch aus diesem Referat konnte man die teilweise Unzufriedenheit der Soldaten mit den „politischen“  Entscheidungen heraushören.

Nach dem Mittagessen in der Kantine folgte ein weiterer für die „Senioren/-innen“ sehr interessanter Abschnitt. Die besondere Technik des extra bereitgestellten Aufklärers „Fennek“ erklärte die Besatzung den Besuchern.

Andere Offiziere und Soldaten zeigten die eingesetzten Handwaffen. Das Schießen auf einem Schieß-Simulator-Stand, der auch von den Soldaten zur Ausbildung genutzt wird, ließen sich einige Teilnehmer nicht entgehen.
In einigen Hallen sahen die Besucher Soldaten an speziellen, modernsten Panzer - Fahrsimulatoren trainieren.

In den Pausen erklärte ein weiterer Offizier den SU-lern den Sinn und Zweck dieser Übungen. Die Simulatoren würden die Fahrausbildungskosten extrem reduzieren und außerdem hätte man gar nicht so viele Panzer Leopard zur Verfügung, um die „Neuen“ auszubilden. 70 % der Ausbildung erfolgten an diesen Simulatoren und die weiteren 30 % trainierten die besten Kandidaten dann auf spez. Ausbildungspanzern zusammen mit einem Fahrlehrer im Gelände. Eindruck hinterließ ferner die Enge in den Panzern.

Bei dem besonderen Höhepunkt stiegen einige Teilnehmer zuerst auf den angedeuteten Panzerturm und vor dort durch die enge Luke des Fahrsimulators vom „alten“ Leopard 1 Man fuhr ca. 10 Minuten durch ein Übungsgelände und über Straßen. Dieser Panzer musste noch geschaltet werden. Unter Anleitung gewöhnte man sich schnell an das Lenk- und Fahrverhalten und erzielte auf der Straße sogar 60 km/h.

Auch die älteste Teilnehmerin Mathilde Bartsch (86) ließ es sich nicht nehmen, den Panzer zu steuern und erhielt dafür den „Simulator-Führerschein“.



Sichtlich beeindruckt von Soldaten und Gerät bedankte sich Egon Möllenbrock bei Oberleutnant Waltemathe und dessen Kollegen (Fotografen) für die hervorragende Organisation und auch für seine spezielle u. gekonnte Art und Weise der Informationsvermittlung.
Letzterer wiederum versäumte nicht auf den 09. Mai 2015 hinzuweisen und lud die Besuchergruppe sowie alle Interessenten ein zu dem  „Augustdorfer Soldatentag“ – einem Tag der offenen Tür.

CDU–Senioren Union
Egon Möllenbrock

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