Management der Energiewende und „Windenergie-Erlass“ der rot-grünen NRW-Regierung

Friedhelm Ortgies MdL im Kamingespräch der Senioren Union

16.03.2015 .
Großen Zuspruch fand das sehr aktuelle Thema der Energiewende beim Kamingespräch der Senioren Union(SU) im Harsewinkeler Heimathaus. Dazu begrüßen der 2. Vors. Heinz Sautmann einen der „CDU-Energieexperten“ des Düsseldorfer Landtags, Friedhelm Ortgies, der eigens zu dieser Veranstaltung anreiste und wegen aktueller Termine anschließend sofort nach Düsseldorf zurückfahren musste.

Landtagsabgeordnete Friedhelm Ortgies, eingerahmt von Heinz Sautmann (l.) und Egon Möllenbrock.

„Aus der Sicht eines Privathaushalts“ eröffnete Vorstandsmitglied Egon Möllenbrock den Themenabend mit einem PPT- unterstützten Referat  und unterzog im Zeitraffer das bisherige „Management der Energiewende“ einer kritischen Prüfung.

„Energiewende?  Ja!!.... aber nicht so!“ 

begann der SU-ler und fügte an, ein „nationales Gemeinschaftswerk“ sollte die Energiewende nach dem Postulat der Ethikkommission eigentlich werden. Doch der verkürzte Zeitraum für die Umsetzung der Wende lasse häufig die Berechenbarkeit und Planbarkeit vermissen. Cirka die Hälfte der 15 „Energiewendeziele“ würden nach einer McKinsey-Studie innerhalb des gesetzten Zeitraums als unrealistisch angesehen – darunter auch die Reduzierung die CO-2-Emissionsreduzierung um 40 % bis 2020. Hat sich der Ausbau der Sonnenenergie nach extremem Zubau in den vergangenen Jahren nunmehr normalisiert, so explodierte 2014 der Zubau von Windenergie um immerhin 75% gegenüber dem Planwert.
Zeitweise sei mittlerweile derart viel Strom zu Verfügung, dass dieser an der Leipziger Strombörse nahezu verschenkt würde, so Möllenbrock. Der Staatsanteil beim Strompreis betrage bereits ca. 60 % und auch die EEG-Umlage hätte bereits einen 18 %-Anteil. Möglichkeiten zur Reduzierung des Strompreises würden nicht an den Haushaltsunden durchgereicht. Energiewende „auf dem Rücken der Haushaltskunden“ – fragte Egon Möllenbrock provokativ zum Abschluss die Runde. 

Friedhelm Ortgies übernahm die Gesprächsführung mit der Feststellung, er sei von der ersten Minute an ein strikter Atomkraftgegner.
Die nach wie vor nicht geklärte Endlagerung sowie vor allem die extrem lange Strahlungsdauer der Kernelemente seien der vorrangige Grund. Er ließ ferner durchblicken, dass der Verlauf der Energiewende von allen beteiligten etablierten Parteien auf jeden Fall hätte besser gemanagt werden können.
Die Führung der Stromtrassen von Nord nach Süd war eines der Themen und hier vor allem der evtl. Verlauf  der Alternativ-Trasse „Südlink“, die durch unsere Region verlaufen würde.
Ortgies bestätigte, dass uns die fossile Energieerzeugung noch über sehr viele Jahre erhalten bleibe. Der Energieexperte der CDU-Fraktion referierte sodann mit dem Schwerpunkt „Energiewende unter Berücksichtigung bzw. Einbeziehung der Eigenheiten der rot-grünen Politik in NRW“.  Dabei ging er insbesondere auf die Problematik des Ausbaus der Windkraft in der Region Ostwestfalen-Lippe ein mit Beispielen aus seinem Wahlkreis Rahden sowie dem Ravensberger Land.  Der „Windenergie-Erlass“ der NRW-Regierung sei eine absolute Zumutung für die betroffenen Bürger.  Die Festlegung auf 45db Geräusch in den Abendstunden sei unhaltbar, da in diversen Fällen eine Erkrankung der Anlieger erfolge. Auch die Festlegung des rot-grünen Erlasses auf 300 m Abstand im Außenbereich zur nächsten Wohnbebauung sei völlig daneben, so Ortgies. Bei Anlagenhöhen von mehr als 200 Metern plädierte er für den Mindestabstand von 800 m. Ein weiteres Problem entstünde in gar nicht allzu langer Zeit, wenn die Städte und Gemeinden nicht schon sehr bald Windpotentialflächen in einem Flächennutzungsplan auswiesen. Versäume man dies, dann wäre Tür und Tor geöffnet für eine nicht gewollte „Verspargelung“ der Landschaft. Welche Probleme in diesem Gesamtkomplex aktuell bestehen, zeigen uns die Beispiele in Rietberg - Westerwiehe und soeben erst in Langenberg, wo man trotz ausgiebiger Beratung und Diskussion keinen Konsens herbeiführen konnte. Auch Harsewinkel sowie weitere Orte haben diesbezüglich noch Handlungsbedarf.

Eine lebhafte Diskussion beendete nach mehr als zwei Stunden den Themenabend. Heinz Sautmann und Egon Möllenbrock dankten Friedhelm Ortgies und verabschiedeten ihn nach Düsseldorf, wo er wegen der am Folgetag anstehenden Demonstration der Jäger und Imker auf jeden Fall dabei sein wollte.

Egon Möllenbrock

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