Afrika, quo vadis? Wem hilft die Hilfe wirklich?

Kamingespräch der Senioren Union

20.09.2016.
Dr. Lütke Entrup, ehemaliger Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung, und in dieser Zeit ca. 16 Jahre auf dem afrikanischen Kontinent aktiv als Berater in der Entwicklungshelfer, informierte mehr als 40 Interessenten zum Thema „Ursachen der großen Armut, verfehlte  Entwicklungshilfen sowie  über die daraus resultierende Flüchtlingsströme in Richtung Europa und auch innerhalb Afrikas“. Nahezu 60 Jahre überwiegend finanzielle Wirtschafts-/Entwicklungshilfe ist mehr oder weniger verpufft, so Lütke Entrup.

von lk. die 1. Vors. der SU Gisela Flunkert, Dr. Lütke Entrup und Organisator Egon Möllenbrock

Sehr häufig haben sich die sogenannten Eliten der verschiedenen Nationen an den  geleisteten Zahlungen bereichert. Ferner verhinderten jeweilige staatliche Bürokratien der Empfängerländer  durch komplizierte, langwierige Verfahren die Aufbauhilfen.

In der anschließenden Diskussion vertrat man u. a. die Meinung, dass vor allem die wohlhabenden Staaten, die Industrieländer, auch Deutschland, die Handelsbeziehungen  (-verträge) schnellstens überdenken sollten, denn diese führen dazu, das ganze Volkswirtschaften zusammenbrechen, ganze Zivilgesellschaften zerstört werden und Arbeitslosigkeit und Armut zunehmen.

Einige Beispiele dazu wurden vom Referenten aus seiner erlebten Erfahrung vorgestellt. Erst am Montag dieser Woche wurde in der TV-Sendung „Hart aber fair“ ein aktuelles Beispiel erläutert, wie die EU in Ghana zerstörerischen Handel betreibt: Die Farmer des Landes hatten bisher den eigenen Markt mit Hühnerfleisch/-produkten beliefert. Die EU zerstört aktuell mit der Lieferung von eingefrorenen Hühnerteilen wie Flügel, Füßen usw.  den ghanaischen Markt und zwar zu niedrigen, EU- subventionierten(!) Niedrigstpreisen.  Als Folge bricht der Markt dieser Produkte zusammen und beträgt nur noch 10 % des vormaligen Volumens, so in der TV-Sendung. Ferner vernichten wir zahlreiche ghanaische Betriebe und sorgen für noch mehr Arbeitslosigkeit und Armut.

Die weltweite Handelsfreiheit führe mitnichten zur besten aller Welten, sondern zu Unsicherheit, Armut und häufig auch zu Krieg. Die Industriestaaten müssten sich zurücknehmen und dadurch den Ländern Afrikas mehr Chancen einräumen, ihre eigenen Produktionen zu erstellen und auch am Welthandel zu  „auskömmlichen Preisen verkaufen  zu können.

Dr. Lütke Entrup betonte zum Abschluss nochmals, es sei viel zu kurz gedacht, wenn immer wieder mehr Geld für Entwicklungshilfe gefordert werde. Vielmehr müssten die Menschen in diesen Ländern in die Lage versetzt werden, sich selbst zu helfen, ihre eigenen Chancen im Land zu erkennen und ihre eigenen Kräfte zu mobilisieren. Das sei „die“ Aufgabe und Herausforderung, die einen längeren Zeitraum als vielleicht nur mal 10 Jahre benötige. Unsere Politiker/-innen seien jetzt besonders gefragt, „die richtigen Maßnahmen“ schnellstens zu veranlassen. Kein Afrikaner verlasse sein Mutterland gerne/freiwillig. Wie viele von den ca. 20 Millionen in Afrika auf der Flucht befindlichen Menschen tatsächlich nach Europa kämen, dass hänge stark ab von unserer Art der Zusammenarbeit und den Entwicklungen in den afrikanischen Staaten.

CDU – Senioren Union
Stadtverband Harsewinkel
Das Führungsteam

Inhaltsverzeichnis
Nach oben