Dr. Angelika Wensing
Dr. Angelika Wensing
27.04.2017.
Nachdem in den letzten Tagen über Leserbriefe versucht wurde, die Position der CDU zur Außenwerkstatt und dem erfolgreichen Projekt der gemeinsamen Arbeit von Schülern und Handwerksrentnern öffentlichkeitswirksam falsch darzustellen, möchten wir nunmehr offiziell unsere Position erklären.

Um eines vorweg klarzustellen: Die CDU war und ist für den Erhalt der Außenwerkstatt.
Das erfolgreiche Projekt, in dem Schüler und Rentner gemeinsam handwerklich tätig sind, ist für uns unbedingt erhaltenswert. Wir haben dieses Projekt immer unterstützt und werden es auch weiterhin tun.

Im Rat haben wir gegen die Beantragung von Fördergeldern für einen Neubau gestimmt, der unter anderem auch diesem Projekt ein neues zu Hause bieten sollte, der jedoch hauptsächlich anderen Nutzungszwecken dienen sollte.
In diesem Objekt sollten neue Angebote für die soziale Integration von Flüchtlingen, die Gemeinwesenarbeit sowie Maßnahmen für Langzeitarbeitslose und Arbeitszuwanderer aus EU Staaten geschaffen werden.
Erstens sind das Aufgaben, die zum Teil bereits in anderen kommunalen Einrichtungen stattfinden.
Zweitens sind das Aufgaben, die vom Jobcenter und dem Land NRW zu finanzieren sind.
Und drittens sind das Planungen, die erhebliche Folgekosten nach sich ziehen.
Als Träger des Projektes sieht der Förderantrag nicht etwa die Schule sondern die Gemeinwesenarbeit also die AWO vor, was wohl hinreichend deutlich macht, wem dieses Gebäude hauptsächlich dienen soll. Hier wird publikumswirksam die Außenwerkstatt vorgeschoben, die dieses Gebäude aber nur an einem Tag in der Woche nutzen würde.

Und genau dagegen haben wir uns gewehrt.

Der Erhalt der Außenwerkstatt am jetzigen Standort ist baurechtlich genehmigt worden. Die Handwerksrentner sind bereit, dort weiter anzupacken. Der Betrieb dort ist also weiter möglich und von uns absolut erwünscht.
Es sind nicht nur die viel zitierten Preise und Pokale, die das JAU Projekt zu Recht erhalten hat, die uns begeistern.
Wir haben von Anfang an erkannt, wie wertvoll die von Hermann Hecker und dem Förderverein der Hauptschule entwickelte Idee ist und diese sowohl politisch als auch finanziell immer unterstützt.

Mit dem Förderantrag würde sich die Stadt auf den Weg machen, ein komplett neues Angebot zu schaffen. Die Einbeziehung von  Arbeitszuwanderern aus EU Staaten, Flüchtlingen und Langzeitarbeitslosen hat mit der ursprünglichen Heckerschen Idee, Jugendlichen, die ihren Interessensschwerpunkt nicht im theoretischen Lernen sehen, ein alternatives handwerkliches Angebot zu machen, nicht mehr viel gemein.

Dafür wird unbedingt ein neues Gebäude gebraucht. Dafür sollen 1,6 Mio Euro ausgegeben werden. Und dafür werden jährliche Folgekosten in bisher nicht konkret benannter Höhe eingefordert.

Nun kann man sagen, die Baukostenförderung von 90% kann man sich doch nicht einfach durch die Lappen gehen lassen. Aber auch dieses Geld fällt ja nicht vom Himmel, sondern wurde von uns allen erarbeitet. Und die 160.000€ Beteiligung der Stadt sehen wir in anderen Projekten, die den Kürzungen im Haushalt zum Opfer fielen, mindestens genauso gut angelegt.

In Zeiten, in denen unsere Stadt neue Schulden aufnehmen muss, um ihren laufenden Aufgaben nachkommen zu können, ist es aus unserer Sicht einfach falsch, für 20 Jahre neue jährliche Folgekosten zu beschließen. Und diese 20 Jahre Zweckbindung für soziale Projekte werden in den Förderbedingungen gefordert.

Wenn die Gesamtschule Harsewinkel ebenso viel Herzblut in die Außenwerkstatt steckt, wie die Hauptschule dies getan hat, dann wird die Fortführung dieses Projektes am alten Standort gelingen.
Wenn sie dieses Herzblut dafür nicht hat, wird das Projekt auch in neuen Räumen scheitern.
Was dann bleibt, ist ein Neubau, der gefüllt wird mit immer neuen teuren Sozialmaßnahmen.

Und dagegen hat die CDU gestimmt. Wer versucht, uns die Abschaffung der Außenwerkstatt unterzujubeln, der verdreht bewusst die Tatsachen.

Dr. Angelika Wensing

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