Kontroverse Diskussion um Gasthof Wilhalm

Pressebericht aus „Die Glocke“ vom 23.03.2019 zu der HFWA Sitzung vom 21.03.2019

Was wird aus dem Gasthof Wilhalm? Die politische Mehrheit spricht sich für ein „sowohl als auch“ aus – sowohl eine Gaststaststätte als auch eine Heimat für Vereine und Kulturelles. Bild: Aundrup
Was wird aus dem Gasthof Wilhalm? Die politische Mehrheit spricht sich für ein „sowohl als auch“ aus – sowohl eine Gaststaststätte als auch eine Heimat für Vereine und Kulturelles. Bild: Aundrup
"Das wird ein Projekt für und mit Bürgern“
vom „Die Glocke“ Redaktionsmitglied JUDITH AUNDRUP

Harsewinkel (gl). Die Fronten in Sachen Gasthof Wilhalm sind nach wie vor verhärtet. In öffentlicher Sitzung des Hauptausschusses wurde am Donnerstagabend über das Nutzungskonzept diskutiert. Zwei Alternativen standen zur Wahl: entweder das Gasthaus an einen Gastronomen zu verpachten oder aber einen Ort für die Bürger zu schaffen und zu- nächst nur für das Konzept Fördermittel zu beantragen. SPD, UWG und Grüne stimmten nicht für „entweder oder“, sondern für „sowohl als auch“: Sie wollen beides realisieren. Die CDU sieht das anders. Sie plädierte zu- nächst auf „weder noch“.

Die Christdemokraten meinen, dass der zweite Schritt vorm ersten getan wird.
Die Fraktion will – wie beantragt – erst ein bauliches Gutachten einholen und dann planen. Mit dieser Meinung konnte sich die CDU aber nicht durchsetzen. „Koste es, was es wolle – so kann man vielleicht mit dem eigenen Geld umgehen, aber doch nicht mit dem der Bürger“, sagte Dr. Angelika Wensing.
Sie sprach sich dafür aus, sich zuerst die Bausubstanz anzuschauen, bevor große Pläne mit den Gebäudeteilen – Haupthaus, Scheune, Saal – geschmiedet werden. „Warum machen wir so ein Tempo? Jetzt haben wir das Objekt, und jetzt müssen wir schauen, was wir da haben“, so Wensing weiter.

Dass ordentlich in die marode Bausubstanz des ältesten Harsewinkeler Gasthofs, den die Stadt erworben hat, investiert werden muss, ist allen Politikern klar. Nur wieviel das sein wird, das möchte die CDU vorher wissen, bevor sie etwas entscheidet.

Reinhard Hemkemeyer (SPD) will nicht abwarten, sondern aufs Tempo drücken: „Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass so ein Objekt in den Dornröschenschlaf fällt. Dort soll Leben sein.“ Die Begeisterung der Menschen für dieses Gemäuer müsse man zusammenführen. So habe laut Hemkemeyer ein Verein schon großes Interesse am Saal angemeldet. Nach Informationen der „Glocke“ ist das der Kultur- und Bildungsverein. Andere hoffen, dass die Kegelbahn bleibt. „Alle sollen mitmachen. Gemeinsam sollten wir ein Konzept erarbeiten. Und dann sollten wir ausrechnen, was es kostet“, so Hemkemeyer. Weiter abzuwarten, sei kontraproduktiv.

Dieter Berheide (CDU) ging darauf ein: Man solle nicht erst große Pläne mit dem Saal machen, ohne zu wissen, ob er überhaupt zu halten sei: „Das macht doch keinen Sinn.“ Sein Parteifreund Christian Fechtelkord machte deutlich, dass das Thema in der Bevölkerung durchaus auch kritisch gesehen werde – und eben nicht nur euphorisch. „Es wird darüber diskutiert, wie man et- was machen kann, ohne zu wissen, was es kostet. Das kann man dem Steuerzahler doch nicht vermitteln.“

Gunhild Hinney (SPD) sagte, dass man nicht ratzfatz etwas durchziehen wolle. „Die Bürger sollen mitbestimmen. Das wird ein Projekt für und mit Bürgern.“


Was ist mit der neuen Schankgenehmigung?

Harsewinkel (jau). Christian Fechtelkord von der CDU sprach auch das Problem der Schankgenehmigung an. Man wisse doch gar nicht, ob wieder eine Gaststättenkonzession erteilt werde – bei der maroden Bausubstanz.

„Unsere Konzession erlischt erst, wenn wir das Gewerbe abgemeldet haben“, sagte Gastronom Achim Koriath am Freitag im Gespräch mit der „Glocke“.
Er machte auch deutlich, dass es für ihn und seine Frau Hedemarie keine Option sei, noch ein paar Monate dranzuhängen, wie es sich manch ein Bürger wünscht. „Das kommt für uns nicht infrage. Unsere Angestellten halten uns bis zum letzten Tag die Stange, aber danach haben sie alle neue Arbeitsstellen. Das geht also gar nicht“, stellte Koriath klar. Ende März ist Schluss. Und Anfang April hält der Bürgerschützen- und Heimatverein noch seine Versammlung im Gasthof Wilhalm ab – das war’s dann.

Für die Vergabe der neuen Konzession ist die Stadt zuständig, wie Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide am Freitag mitteilte.
Ein Nachfolger der Koriaths müsse eine neue Konzession beantragen, sagte Ordnungsamtsleiter Michael Bergholz.
In dem Erlaubnisverfahren werden die persönliche Zuverlässigkeit des neuen Betreibers geprüft und eine Stellungnahme der Bauordnungsbehörde des Kreises eingeholt, betonte Bergholz.



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